„Die Sonne mag untergehen, aber mein Ziel bleibt sichtbar – eine Welt ohne Barrieren.“


Manchmal halte ich an, nur um den Himmel zu beobachten, wie er langsam in warmes Gold und sanftes Rosa übergeht. Dieser Moment, wenn die Sonne sich verabschiedet, erinnert mich daran, dass jeder Tag – egal wie steinig der Weg war – seine eigene Schönheit hat. 

Die Sonne mag untergehen, aber mein Ziel bleibt sichtbar: eine Welt ohne Barrieren. 

Denn Barrierefreiheit bedeutet nicht nur Rampen und Aufzüge – sie bedeutet Freiheit, Teilhabe, und das Gefühl, überall willkommen zu sein. 

Auch wenn nicht jeder Weg perfekt eben ist, führt doch jeder Schritt, jedes Gespräch, jedes Lächeln in diese Richtung. 

Und genau dafür fahre ich weiter – mit offenem Herzen, offenen Augen und der Hoffnung, dass immer mehr Menschen die Welt mit Barrierefreiheit im Blick gestalten.


Wo habt ihr den schönsten Sonnenuntergang erlebt? 

Vielleicht an einem Ort, der euch Freiheit spüren ließ – auf Rädern, auf Füßen, im Herzen. 

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**Santuario de Nossa Senhora da Peneda – Barrierefrei durch das Herz des Glaubens**

Nach einer längeren Fahrt durch die atemberaubenden Landschaften Nordportugals erreichten wir das **Santuario de Nossa Senhora da Peneda** – ein wahres Juwel im Nationalpark **Peneda-Gerês**. Eingebettet in eine wilde, zerklüftete Gebirgslandschaft, umgeben von Felsen, Bächen und uralten Wegen, erhebt sich diese Wallfahrtskirche majestätisch über dem Tal. Ein Ort, an dem Geschichte, Glaube und Natur in eindrucksvoller Harmonie miteinander verschmelzen.

🌿 Geschichte & Bedeutung

Die **Schutzheilige**, die hier verehrt wird, blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im **Mittelalter** soll die **Nossa Senhora das Neves** – Unsere Liebe Frau vom Schnee – an diesem Ort erschienen sein. Zum Gedenken errichteten die Gläubigen zunächst eine kleine Kapelle. Diese bescheidene Kapelle wurde später zum Ursprung des heutigen Heiligtums, das sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer eindrucksvollen Wallfahrtsstätte entwickelte.

Die heutige Kirche entstand im **19. Jahrhundert** und ist das Herzstück einer weitläufigen Anlage. Der Weg hinauf zur Kirche führt über eine monumentale **Freitreppe**, die von **zwanzig kleinen Kapellen** gesäumt wird. In jeder dieser Kapellen sind Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt – kunstvoll gestaltet, ein stiller Pilgerweg voller Symbolik und Hingabe.

Als ich mit dem Rollstuhl auf dem großen Platz stand, genau gegenüber der Wallfahrtskirche, fielen mir sofort die Treppen ins Auge, die den Hang hinabführten. Auf beiden Seiten dieser eindrucksvollen Anlage reihen sich **jeweils zwanzig kleine Kapellen** entlang der Stufen, die als *Via Sacra* die verschiedenen Stationen aus dem Leben Jesu zeigen. Diese Mini-Kapellen bilden zusammen einen stillen, erzählenden Pilgerweg, der den Blick von der Kirche ins Tal lenkt und die spirituelle Bedeutung des Ortes unterstreicht.

Am unteren Ende der Treppe, auf einem Podest nahe dem Beginn der Anlage, stehen vier größere Figuren – es handelt sich dabei um Allegorien, die die **Tugenden** darstellen: **Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe (Caritas)** und **Ruhm/Verherrlichung**. Diese Statuen stammen aus dem Jahr **1854** und werden dem Bildhauer Francisco Luís Barreiros zugeschrieben. Sie bilden das sogenannte „Escadório das Virtudes“ und geben dem Aufgang eine zusätzliche symbolische Tiefe.

Ich konnte leider nicht weiter nach unten fahren, da die Stufen den Weg versperrten – dennoch war der Anblick der Kapellenreihe und der vier Figuren von der erhöhten Position aus beeindruckend. Die Kombination aus sakraler Kunst, der langen Treppenanlage und der natürlichen Granitkulisse macht die Inszenierung des Wallfahrtsortes so wirkungsvoll: Sie führt den Pilger in mehreren Schritten durch biblische Stationen bis hinunter in das Tal.

✨ Symbolik & spirituelle Bedeutung

Die gesamte Anlage folgt einem klaren **symbolischen und spirituellen Aufbau**, wie er in vielen barocken Wallfahrtsorten Portugals zu finden ist. Die **Treppenanlage** ist nicht nur ein architektonisches Element, sondern stellt zugleich den **Weg des Glaubens** dar – den inneren und äußeren Aufstieg des Pilgers hin zu Gott. 

Die **zwanzig kleinen Kapellen**, die sich beidseitig der Treppe aneinanderreihen, erzählen mit einfachen, aber eindrucksvollen Reliefs und Figuren Szenen aus dem **Leben Jesu**. Dieser „Pilgerweg aus Stein“ sollte den Gläubigen dazu einladen, Schritt für Schritt über das irdische Leben nachzudenken, während sie sich dem Heiligtum nähern. Jede Kapelle steht sinnbildlich für eine Etappe auf dem Weg des Glaubens – von der Geburt bis zur Auferstehung Christi.

Am unteren Ende, dort wo die Pilgertradition ihren Anfang nahm, markieren die **vier monumentalen Figuren** den Beginn des geistlichen Aufstiegs. Sie verkörpern die **christlichen Kardinaltugenden**: **Glaube (Fé), Hoffnung (Esperança), Liebe (Caridade)** und **Ruhm oder Ehre (Glória)**. Diese Tugenden bilden gewissermaßen das Fundament des spirituellen Lebens. Erst wer sie verinnerlicht, kann den Weg hinauf zum Heiligtum antreten – ein wunderschönes Sinnbild, das Architektur, Kunst und Theologie miteinander verbindet.

Aus meiner Perspektive oben auf dem Platz konnte ich diese besondere Anordnung gut erkennen, auch wenn die Treppen für mich mit dem Rollstuhl nicht zugänglich waren. Doch selbst aus der Ferne spürte ich, wie harmonisch sich die Anlage in die Landschaft fügt – ein Ort, an dem sich **Glaube, Kunst, Geschichte und Natur** zu einem großen Ganzen vereinen.

Der Tempel wurde im April 2020 durch Dekret des damaligen Bischofs der Diözese Viana do Castelo, Anacleto Oliveira, offiziell zum **Heiligtum** erhoben und im Oktober 2023 als **National Monument** ausgezeichnet.

Das Santuario liegt malerisch am **rechten Ufer des Flusses Peneda**, direkt unter einem imposanten Granitfelsen, dem sogenannten **Penedo da Meadinha**. Diese natürliche Kulisse verleiht dem Ort eine einzigartige, fast mystische Atmosphäre. Wer hier ankommt, spürt sofort, dass er einen besonderen Platz betreten hat – einen Ort des Friedens, der Besinnung und der Geschichte.

♿ Barrierefreiheit & rollstuhlgerechtes Erkunden

Obwohl das Santuario ursprünglich nicht für heutige Mobilitätsanforderungen gebaut wurde, war ich positiv überrascht, wie gut man sich hier **mit dem Rollstuhl bewegen** kann. Direkt **vor dem ehemaligen Pilgerhotel**, das heute Übernachtungsmöglichkeiten bietet, befindet sich ein **Behindertenparkplatz**. Dort konnte ich bequem aussteigen – mein Begleiter half mir mit dem Rollstuhl aus dem Auto. Das Auto war gut sichtbar mit meinem **Merkzeichen im Frontbereich** gekennzeichnet.

Der **große Platz** vor der Kirche und dem Hotel ist mit **altem Kopfsteinpflaster** bedeckt. Zwar ist es leicht uneben, doch die Steine sind flach und ohne große Höhenunterschiede verlegt, sodass ich **relativ problemlos rollen** konnte. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz erhalten und zugleich zugänglich bleiben kann.

Als ich auf die Toilette musste, sprach ich **Maria** an, die uns freundlich weiterhalf. Im Hotel wurde ich gebeten, einen **anderen Eingang zu nutzen**, der rollstuhlgerecht gestaltet war. Von dort aus gelangte ich **mit dem Aufzug in den ersten Stock**, wo sich eine **Behindertentoilette** befand – sauber, gepflegt und großzügig angelegt. Eine kleine Geste mit großer Wirkung: Hier fühlt man sich willkommen.

🕍 Architektur & Atmosphäre

Die Anlage beeindruckt durch ihre monumentale **Treppe**, die sich wie eine steinerne Prozession den Hang hinaufzieht – leider für Rollstuhlfahrer nicht befahrbar, aber schon der Anblick ist faszinierend. Die **Fassade** der Kirche ist schlicht und zugleich erhaben, die **Kuppel** elegant über den Bergen thronend. Wenn man auf dem Platz steht, umgeben von den Pilgerhäusern und den steinernen Arkaden, fühlt man sich wie in einer anderen Zeit.

🍵 Kleine Pause mit Aussicht

Nach dem Rundgang machten wir Rast im **Café Central**, gleich neben dem Hotel. Über eine schmale, aber stabile **Holzrampe** gelangte ich in das gemütliche Café. Während ich einen heißen Kakao genoss, aßen **Fernando und Maria** eine Kleinigkeit. Meine Begleitung trank Kaffee – und gemeinsam ließen wir den Blick über das Tal schweifen. Dieses einfache, friedliche Erlebnis war der perfekte Abschluss eines besonderen Besuchs.

🎨 Kunsthandwerk & Atmosphäre

Vor der Kirche werden häufig **regionale Handwerksprodukte** angeboten – vor allem **Töpfereien, kleine Holzfiguren und religiöse Andenken**. Es lohnt sich, ein wenig zu stöbern, denn vieles ist handgemacht und spiegelt die Kultur des Minho-Gebirges wider.

🌄 Fazit

Das **Santuario de Nossa Senhora da Peneda** ist ein Ort voller Seele und Geschichte – ein Platz, der zeigt, dass **Barrierefreiheit** auch an historischen Orten möglich ist, wenn Rücksicht und Menschlichkeit Hand in Hand gehen. Trotz der steilen Treppen und einiger unzugänglicher Bereiche konnte ich den Charme, die Ruhe und die spirituelle Kraft dieses Heiligtums voll erleben. 

Wer im Norden Portugals unterwegs ist, sollte sich dieses **barrierearme Reiseziel** auf keinen Fall entgehen lassen – eine **versteckte Perle** im Herzen des Nationalparks Peneda-Gerês.Quellen und weiterführende Informationen:
Visit Portugal, Wikipedia, Walking Peneda-Gerês

🎭 Historica Festival Kassel – Geschichte hautnah und (fast) barrierefrei erleben

Ein Wochenende voller Trommeln, Dudelsackklänge und mittelalterlicher Magie

Heute, am 11. Oktober 2025, durfte ich das Historica Festival in Kassel erleben – und das erstmalig in der Messehalle Kassel, nachdem es früher in Minden stattfand.

Schon beim Ankommen spürte ich: Hier trifft Geschichte auf Lebensfreude. Und auch Menschen mit Handicap sind willkommen – wenn auch mit kleinen Hindernissen.

Barrierefreiheit mit Ecken und Kanten

Direkt am Eingang gibt es etwa zehn Behindertenparkplätze, die mit Gittersteinen und leichtem Graswuchs versehen sind. Sie liegen angenehm nah am Eingang, was gerade für Rollstuhlfahrende eine große Erleichterung ist.

Der Eintrittspreis für Menschen mit Behinderung beträgt 5 Euro – gegen Vorlage des Schwerbehindertenausweises – und Begleitpersonen haben freien Eintritt. Ein schönes Zeichen der Inklusion!

Der Zugang zur Messehalle ist rollstuhlgerecht, allerdings muss die Begleitperson die Tür öffnen, da sie nicht automatisch funktioniert. Das ist kein großes Hindernis, aber es wäre schön, wenn hier künftig eine automatische Tür den Besuch noch angenehmer machen könnte.

Etwas schwieriger wurde es bei der Behindertentoilette: Sie befindet sich im Bereich der Männertoilette und ist recht klein. Mit dem Rollstuhl musste ich regelrecht im Flur „jonglieren“, um hineinzugelangen. Mit etwas mehr Platz wäre dieser Bereich deutlich komfortabler.

Mittelalterliche Magie in der Messehalle

Doch all diese kleinen Herausforderungen traten schnell in den Hintergrund, als ich in die stimmungsvolle Welt des Festivals eintauchte.

Trommler, Dudelsackspieler und Gaukler zogen durch die Gänge und ließen die Besucher in vergangene Zeiten eintauchen. Überall duftete es nach Gewürzen, Leder und frisch gebackenem Brot.

Händlerinnen und Händler aus ganz Europa präsentierten ihre historischen Waren – von Stoffen und Gewändern bis zu handgefertigten Accessoires aus Epochen bis 1918. Auf der Schlemmermeile gab es kulinarische Köstlichkeiten, während draußen Schaukampfgruppen, Falkner und Varietékünstler für Unterhaltung sorgten.

Kinder und Erwachsene konnten bei den Waldrittern aktiv werden, historische Spiele ausprobieren oder einfach staunen. Die Atmosphäre war herzlich, lebendig und voller Freude – ein echtes Erlebnis für alle Sinne.

Fazit – Geschichte für alle

Das Historica Festival Kassel ist ein Ort, an dem Vergangenheit lebendig wird – mit Musik, Handwerk und jeder Menge Herzblut. Für Menschen mit Behinderung ist der Besuch mit ein wenig Organisation gut machbar. Kleine Verbesserungen – wie eine größere Toilette oder automatische Türen – würden das Erlebnis noch runder machen.

Trotzdem: Ich habe mich willkommen gefühlt, umgeben von Musik, Geschichte und einer Gemeinschaft, die Vielfalt lebt.
Ein Tag, der zeigt, dass Inklusion auch auf historischen Pfaden möglich ist.

📅 Historica Festival Kassel
🕰️ 11. & 12. Oktober 2025
📍 Messe Kassel
🕓 Samstag 10–20 Uhr | Sonntag 10–18 Uhr

Barrierefreier Ausflug zu den „Granaries of Soajo“

Ein unvergesslicher Tag im Nationalpark Peneda-Gerês

Maria und Fernando wollten uns ein Stück ihrer Heimat zeigen – den wunderschönen Nationalpark Peneda-Gerês im Norden Portugals. Von ihrer Ferienwohnung bis zum kleinen Dorf Soajo sind es nur etwa fünfzehn Kilometer.

Sie fuhren mit ihrem Auto voraus, wir folgten mit meinem Wagen – Rollstuhl im Kofferraum, Getränke griffbereit, die Sonne schon warm auf der Haut.

Am Rande des Nationalparks liegt das traditionelle Dorf Soajo, bekannt für seine „Espigueiros“ – die alten Getreidespeicher aus Granit, die hier stolz auf einem Felsen thronen.

Diese Steinbauten, in Portugal Espigueiros genannt (vom Wort espiga = Ähre), dienten früher der Aufbewahrung von Mais und anderen Feldfrüchten. Sie stehen auf hohen Steinsäulen, um das Korn vor Feuchtigkeit und Tieren zu schützen.
Die kleineren Speicher gehörten einzelnen Familien, die größeren waren gemeinschaftlich genutzt. In Soajo stammen viele dieser Bauwerke aus dem 18. Jahrhundert, und obwohl sie heute nicht mehr als Kornspeicher verwendet werden, sind sie ein Symbol der Geschichte und des Zusammenhalts der Dorfgemeinschaft.

Als wir ankamen, parkten wir am Straßenrand. Ich sah die Speicher schon von unten – oben auf einem Felsen, umgeben von unebenem Kopfsteinpflaster.

Einen Moment lang zögerte ich. Der Weg sah beschwerlich aus, mit Steinen in unterschiedlichen Höhen und Abständen.
Aber dann atmete ich tief durch, mein Begleiter stellte sich hinter den Rollstuhl – und wir wagten es.

Der Untergrund war holprig, manchmal musste ich anhalten. Ganz hinauf kam ich nicht, doch ich hatte einen guten Blick auf die beeindruckenden Bauwerke.

Fernando erklärte uns die Bedeutung dieser Speicher und zeigte auf die kleinen Kreuze, die viele von ihnen zieren – sie sollen Schutz und Segen spenden.

Ich saß dort, eingehüllt in meine rote Decke um die Beine, die mich vor der Sonne schützte. Die Wärme, das Licht, die Stille des Ortes – all das fühlte sich friedlich an.

Auch wenn der Weg nicht ganz rollstuhlgerecht war, war dieser Moment für mich zutiefst bewegend.

Ich dachte daran, wie viele Generationen hier gelebt, gearbeitet und ihre Ernte geteilt haben.
Und ich war dankbar, dass ich – trotz meiner Einschränkungen – diesen Ort mit eigenen Augen sehen durfte.

Zwischen Kopfsteinpflaster und Bergromantik – Mein Tag in Grade, Portugal

Grade – ein kleines, charmantes Bergdorf, das sich an die Hänge von Arcos de Valdevez schmiegt, umgeben von grünen Hügeln und weiten Landschaften. Schon bei der Ankunft spürte ich: Hier scheint die Zeit etwas langsamer zu ticken. Alte Steinhäuser, teils verfallen, teils liebevoll restauriert, erzählen Geschichten vergangener Generationen. Dazwischen mischt sich Neues, Modernes – und doch bleibt alles harmonisch.

Die Torre de Grade, ein altes Herrenhaus, das heute teilweise renoviert ist, zog mich magisch an. Ich stellte mir vor, wie wunderbar es wäre, hier zu leben – als Rückzugsort voller Geschichte, Weite und Ruhe.


Barrierearm, barrierefrei, rollstuhlgerecht – unterwegs im Bergdorf

Mit meinem Rollstuhl efix fuhr ich durch die engen, verwinkelten Gassen. Mal Kopfsteinpflaster, das rüttelte und schaukelte, mal asphaltierte Wege, die sich steil den Berg hinauf oder hinunter schlängelten. Grade ist kein klassisch barrierefreies Reiseziel – und doch: Mit etwas Geschick, Geduld und Hilfe ließ es sich gut entdecken.

Bürgersteige, wie wir sie in Deutschland kennen, gibt es hier kaum. Stattdessen geht der Straßenrand oft einfach in Wiese, Erde oder kleine Kiesel über. Wenn es bergab ging, musste meine Begleitung den Rollstuhl ab und zu festhalten – manchmal driftete er sonst leicht zur Seite. Das gehörte einfach dazu, genauso wie das unebene Pflaster, das sich unter den Rädern anfühlte wie ein kleines Abenteuer. An der alten Kirche – der Igreja Paroquial de Grade – entdeckte ich eine asphaltierte Rampe neben der Treppe. Sie führte nach unten, vermutlich zum Seiteneingang. Ein schöner Moment, denn solche kleinen Details zeigen, dass auch in alten Orten barrierearme und rollstuhlgerechte Wege möglich sind. Leider war die Kirche geschlossen, aber schon ihr Anblick, umgeben von alten Mauern und Weinstöcken, war den Weg wert.


Zwischen Pferden, Schafen und Sonnenlicht

Was mich besonders berührte, war die Ruhe, die über allem lag. Auf einer Weide gleich am Dorfrand standen Pferde – kräftig, stolz, in der Sonne glänzend. Ich hielt an, nahm die Kamera und ließ das Bild einfach wirken. Wenig später, in einer kleinen Gasse nahe unserer Ferienwohnung, begegnete ich einem weißen und einem schwarzen Schaf. Sie spazierten ganz gelassen umher, als gehöre das Dorf allein ihnen. Diese kleinen Begegnungen machen für mich das Reisen aus – Momente, die nicht geplant sind, aber tief im Herzen bleiben.


Leben im Rhythmus der Natur Fast jedes Haus in Grade ist von Weinreben umrankt. Überall hängen Zitronen-, Apfel- und Feigenbäume, und zwischen den Häusern duftet es nach Erde, Kräutern und Blüten. Das einzige Café im Ort – gleichzeitig eine Mercearia (Tante-Emma-Laden) – war barrierefrei erreichbar.

Als am Abend das Licht weicher wurde und die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand, verwandelte sich Grade in ein Meer aus goldenen und rosafarbenen Tönen. Ich saß still da, atmete tief ein und wusste: Das sind die Momente, die das Leben lebenswert machen.


Mein Fazit Grade ist kein leichtes Terrain für den Rollstuhl – aber jede Herausforderung wurde belohnt. Das Dorf hat Seele, Geschichte und eine natürliche Schönheit, die mich tief beeindruckt hat. Barrierefreiheit ist hier nicht perfekt, aber es gibt Ich habe gelernt: Es geht nicht darum, dass alles glattläuft – sondern darum, das Schöne zu sehen, auch wenn der Weg manchmal holprig ist.


**Meine Begegnung mit dem Märchenpilz: Ein rotes Wunder im Waldesgrün**

**Was mein Fliegenpilz-Foto verrät: Von Waldgeistern und heimlichen Helfern**

Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich sie finde: meine Fotos von den Fliegenpilzen. Sie leuchten wie rubinrote Perlen im moosigen Grün des Waldes und sind für mich nicht einfach nur Pilze – sie sind Märchenfiguren, die mich mit ihrer unwiderstehlichen Anziehungskraft jedes Mal aufs Neue in ihren Bann ziehen.

**Ein Pilz, der meine Kindheit träumt**

Mit seinem leuchtend roten Hut, übersät mit weißen Tupfen, sieht er aus, als sei er direkt einem Bilderbuch entsprungen. Dieser ikonische Look hat ihn für mich zum Star unzähliger Geschichten gemacht, in meiner Vorstellung leben Wichtel und Feen unter seinem schirmartigen Dach. Doch ich habe gelernt, dass die wahre Magie des Fliegenpilzes (*Amanita muscaria*) tiefer geht als nur in sein märchenhaftes Äußeres.

**Von Fliegen und Schamanen – eine gefährliche Magie**

Sein Name verrät es schon: Früher verwendete man ihn tatsächlich als Fliegenfalle. Der enthaltene Wirkstoff betäubte die Insekten. Doch für uns Menschen ist diese „Magie“ gefährlich – der Fliegenpilz ist giftig. Diese bewusstseinsverändernde Wirkung machte ihn in einigen indigenen Kulturen Sibiriens zu einem heiligen Werkzeug der Schamanen. Sie nutzten ihn, um in Trance die Welt der Geister zu bereisen. Wenn ich also mein Foto betrachte, sehe ich nicht nur einen Pilz, sondern auch ein Stück uralter Kultur- und Ritualgeschichte.

**Mein stiller Verbündeter im Ökosystem**

Was ich an ihm so bewundere, ist seine tiefe Verbindung zu seiner Umgebung. Der Fliegenpilz lebt in einer Symbiose mit den Bäumen um ihn herum. Seine feinen Pilzfäden umschlingen die Wurzeln von Fichten, Birken und Buchen und helfen ihnen, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Im Gegenzug versorgt der Baum ihn mit Zucker. Für mich ist er damit ein unverzichtbarer Netzwerker und heimlicher Helfer des Waldes, den ich auf meinem Bild festhalten durfte.

Mit meinen Fotos halte ich einen dieser wundersamen Momente fest, in dem das Gewöhnliche außergewöhnlich wird. Für mich ist dieser Pilz die perfekte Inszenierung der Natur: ein Symbol der Poesie und der Gefahr, der Kindheit und der uralten Weisheit – verewigt in einer Form von atemberaubender Schönheit. Ich hoffe, meine Bilder lassen auch dich mit demselben Staunen und Respekt zurück, mit dem ich diesem bezaubernden Wesen begegnet bin.

Geschichte mit Herz in Grade, Ferienwohnung Casa 1895 Portugal🌿 Wo man ankommt, bleibt – und sich sofort willkommen fühlt


Inmitten der idyllischen Landschaft von Grade in Nordportugal, auf dem Caminho da Mó 4970, verbirgt sich ein wahres Schmuckstück: die Ferienwohnung Casa 1895 – ein wunderschön restauriertes altes Steinhaus mit Seele, Stil und einer warmherzigen Gastgeberfamilie.

Bereits beim Ankommen spürt man, dass dieser Ort etwas Besonderes ist. Auf dem Grundstück gibt es einen eigenen Parkplatz, der direkt an das Haus grenzt.

Der ebenerdige Eingang mit einer breiten Haustür führt in eine liebevoll gestaltete, barrierearme Ferienwohnung auf nur einer Ebene – ideal für Reisende mit Handicap, die auf kurze Wege und zugängliche Räume achten.

Im Inneren empfängt einen ein großzügiger Raum, der mit viel Geschmack und Liebe zum Detail eingerichtet ist: ein gemütliches Doppelbett, Sofa mit Couchtisch, ein Essbereich mit stabilem Holztisch und passenden Stühlen sowie ein großer Kleiderschrank. Überall entdeckt man authentische Dekorationen aus vergangenen Zeiten – alte Milchkannen, eine Truhe und andere liebevoll platzierte Erinnerungsstücke. Der Charme der Vergangenheit trifft auf moderne Annehmlichkeiten – eine kleine, praktische Kochnische fügt sich harmonisch in das Gesamtbild.

Die Terrasse ist ein echtes Highlight: geschmackvoll bepflanzt, mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem Hauch portugiesischer Lebensfreude. Ein altes Weinfass, Wagenräder, eine Weinpresse, ein altes Fahrrad, Schubkarre usw. Hier kann man entspannen, frühstücken oder einfach nur den Sonnenuntergang genießen.

Das Badezimmer ist modern und elegant gestaltet: eine ebenerdige, große Dusche, Toilette und Waschbecken mit gut zugänglicher Fläche. Lediglich eine Stufe von etwa 10 cm trennt den Wohnraum vom Bad – für Rollstuhlfahrer nicht ideal, aber mit Begleitung gut machbar.

Da die Wohnung insgesamt klein und gemütlich ist, eignet sie sich besonders für Reisende mit kleinen oder kompakten Rollstühlen. Mein eigener E-Fix-Rollstuhl ließ sich problemlos vom Bett zur Kochnische und Richtung Bad manövrieren.

Was diesen Ort jedoch zu etwas wirklich Besonderem macht, sind die Gastgeber: Fernando und Maria. Schon beim ersten Kennenlernen fühlten wir uns, als wären wir Teil ihrer Familie. Mit ihrer offenen, herzlichen Art zeigten sie uns den Nationalpark, erzählten spannende Geschichten über Land und Leute und bewiesen, dass sie Gastgeber mit Herz und Seele sind. Ihr Sinn für Ästhetik, ihre Gastfreundschaft und ihr liebevoller Umgang mit den Gästen machen sie zu perfekten Botschaftern Portugals. Gegenseitig spürten wir eine besondere Verbundenheit, die sich kaum in Worte fassen lässt. Aus dieser Begegnung ist eine echte Freundschaft entstanden – und wir wissen schon jetzt, dass wir Maria und Fernando eines Tages wieder besuchen werden.

Die Casa 1895 ist kein gewöhnlicher Urlaubsort – sie ist ein Erlebnis. Ein Platz, an dem Geschichte lebendig wird, Gastfreundschaft großgeschrieben wird und man sich einfach willkommen fühlt.


🏷️ Barrierefreiheits-Check:

  • ✅ Parkplatz direkt am Haus
  • ✅ Ebenerdiger Eingang
  • ✅ Breite Haustür
  • ✅ Barrierearme Räume auf einer Ebene
  • ⚠️ Eine kleine Stufe (ca. 10 cm) zum Bad
  • ✅ Ebenerdige Dusche
  • ⚠️ Nur für kompakte Rollstühle geeignet

💬 Fazit:

Ein liebevoll restauriertes, charmantes Steinhaus mit warmherzigen Gastgebern – perfekt für alle, die barrierearmen Urlaub mit Seele suchen.


📍Adresse:

Casa 1895
Caminho da Mó, 4970 Grade, Portugal

🌐 Gastgeber: Fernando & Maria

🍕 Che Z Cosa – Pizzagenuss in einer urigen Scheune

🌅 Ein barrierefreies Pizza-Erlebnis am Abend in Vielle Saint-Girons

Auf unserer Rückfahrt zur Ferienwohnung entdeckten wir am Abend zufällig ein echtes Highlight: „Che Z Cosa“ – eine charmante, urige Pizzeria mitten im Gebiet von Vielle Saint-Girons (Adresse: 44 Route de Monlon, 40560 Vielle Saint-Girons). Schon beim Vorbeifahren fiel uns der gemütliche Scheunenverkauf auf – ein Ort, der sofort Neugier und Appetit weckte.

Wir parkten schattig und angenehm auf der anderen Straßenseite unter hohen Bäumen. Der Rollstuhl ließ sich problemlos ausladen, und der Weg über die Straße war breit und übersichtlich. Der Boden war zwar sandig, aber gut befahrbar – und vor der Scheune angekommen, erwartete uns ein fester, sicherer Untergrund, der für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicap besonders angenehm ist.

Das Scheunentor diente gleichzeitig als Empfangsbereich und Theke. Dort gaben wir unsere Bestellung auf. Hinter der Theke konnte man in die lebendige, offene Küche blicken: glühende Pizzaöfen, gestapelte Kartons, riesige Mehlsäcke und eifrige Pizzabäcker, die den Teig liebevoll vorbereiteten. Unter der rustikalen Decke hingen dekorative Strohlampen, die dem Ganzen eine warme, charmante und authentische Atmosphäre verliehen. Rechts vorne stand ein großer Kühlschrank, aus dem wir uns unkompliziert frisches Wasser nahmen – selbstbedienungsfreundlich undunkompliziert. Draußen gab es mehrere Sitzmöglichkeiten: Holztische, Bänke und Stühle auf einer weiten Sandfläche, die besonders im Sommer ein mediterranes Strandgefühl vermittelte. Die Pizza wird immer in einem Karton ausgehändigt, sofort aus dem Karton essen – locker, entspannt und ungezwungen.

Da der Abend noch mild und warm war, entschieden wir uns, vor Ort zu essen. Die Pizza war herrlich knusprig, saftig belegt und aromatisch – ein echter Genuss. Zwar handelt es sich nicht um ein klassisches Restaurant mit sanitären Anlagen, aber genau das machte den Charme des Ortes aus: einfach, authentisch und ein bisschen anders. Ein Besuch bei „Che Z Cosa“ ist also nicht nur ein kulinarischer Stopp, sondern auch ein kleines Erlebnis – ideal für alle, die barrierefreie, rollstuhlgerechte und unkonventionelle Orte lieben.

🌐 Mehr Infos: chezcosapizza.com

🌊 SailWise – Barrierefreier Wassersporturlaub in den Niederlanden

Auf der Rehacare-Messe 2025 bin ich auf SailWise gestoßen – eine Organisation, die seit Jahren barrierefreien Wassersport in den Niederlanden möglich macht. Mich hat dieses Konzept sofort begeistert, weil es Menschen mit Handicap eine echte Chance gibt, aktiv und unabhängig Urlaub am Wasser zu machen.

SailWise bietet drei verschiedene Möglichkeiten:

🔹 Gruppenreisen mit Wassersportprogramm
Schulen, Heime oder andere Gruppen können barrierefreie Unterkünfte von SailWise buchen – inklusive Wassersportangeboten. Diese Reisen sind immer auf Basis von Selbstversorgung organisiert. Verpflegung und Pflege werden nicht gestellt, können aber eigenständig oder über externe Anbieter organisiert werden.

🔹 Barrierefreie Ferienwohnungen in Elahuizen
Hier können Urlauber barrierefreie Apartments mieten, die hervorragend ausgestattet sind (Pflegebett, Lifter etc.). Auch diese Ferienwohnungen werden auf Basis von Selbstversorgung angeboten. Wer Boote mieten möchte, kann dies zusätzlich tun – und wer sich beim Fahren unsicher ist, kann auf Wunsch einen Skipper oder Instruktor dazubuchen.

🔹 Aktivurlaube an Bord
Wer Lust auf Gemeinschaft hat, kann sich auch individuell für einen Aktivurlaub anmelden – zum Beispiel an Bord der Lutgerdina, der Beatrix oder auf der Insel Robinson Crusoe. Diese Reisen sind inklusiv organisiert: Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten werden gemeinsam gestaltet. Es wird zusammen gesegelt, gekocht und geputzt – ein echtes Gemeinschaftserlebnis.

Damit SailWise für jeden funktioniert, ist wichtig zu wissen: Alltags- und Pflegebetreuung sind nicht automatisch inbegriffen, sondern müssen – je nach Reiseform – selbst organisiert werden. SailWise unterstützt auf Wunsch bei der Vermittlung häuslicher Pflegeorganisationen, die Initiative liegt jedoch bei den Gästen.

Mich hat vor allem begeistert, dass SailWise trotz seines großen Engagements keine höheren Kosten für Menschen mit Handicap verlangt – dank vieler Partnerunternehmen aus den Niederlanden und Spenden kann dieses Angebot so barrierefrei und fair bleiben.

Mehr Infos: https://sailwise.nl/nl

Leben mit Bethlem: Meine Reise durch die Herausforderungen der Seltenen Muskelerkrankung

Mein Leben ist geprägt von einer seltenen Muskelerkrankung namens Bethlem-Muskeldystrophie. Diese Erkrankung bedeutet, dass sämtliche Muskeln schwach sind und mit der Zeit immer schwächer werden. Was für viele Menschen selbstverständlich ist – spontan losgehen, ins Auto steigen oder einfach ohne große Planung etwas unternehmen – wird für mich oft zur Herausforderung.

Wenn ich reisen möchte oder bestimmte Orte besuchen will, sei es ein Restaurant, Veranstaltungen, Konzerte, Parks oder Ausflüge, stoße ich regelmäßig auf erhebliche Barrieren. Unebenes Gelände, unzugängliche Toiletten, Stufen und Treppen gehören zu den Hindernissen, die mich daran erinnern, dass meine Mobilität eingeschränkt ist. Deshalb sind für mich barrierefreie Zugänge und Hilfsmittel entscheidend, um möglichst selbstbestimmt am Leben teilhaben zu können.

Diese Erkrankung hat mich gelehrt, geduldig und einfallsreich zu sein. Sie hat mir ein tiefes Verständnis für die Bedeutung von Barrierefreiheit und Inklusion vermittelt. Der Weg zu einem Restaurant oder einer Veranstaltung kann zur echten Herausforderung werden, wenn Hindernisse wie unebener Boden, fehlende Rampen oder Treppen meinen Weg versperren. Deshalb ist das Bewusstsein für barrierefreie Einrichtungen und die Verfügbarkeit von Unterstützungspersonen so wichtig, um weiterhin Erlebnisse genießen zu können, die für viele Menschen selbstverständlich sind.

Trotz dieser Herausforderungen habe ich gelernt, das Leben in vollen Zügen zu genießen und mich nicht von Barrieren entmutigen zu lassen. Ich habe die Unterstützung von Freunden und Familie zu schätzen gelernt, ebenso wie die barrierefreien Einrichtungen, die – wenn auch langsam – in unserer Gesellschaft immer häufiger zu finden sind.


Ein persönliches Update: Mein Weg seit Oktober 2023

Am 23.10.2023 habe ich hier auf meinem Blog „Leben mit Bethlem“ veröffentlicht, wie mein Alltag damals aussah. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich – trotz der Erkrankung – noch alleine von meiner Wohnung zu meinem Auto laufen, selbst zur Physiotherapie fahren oder in Parks spazieren gehen, wenn ich mich bei einer Begleitung untergehakt habe.

Doch Ende Oktober 2023 veränderte sich vieles: Ich erlitt eine Femurfraktur am Oberschenkel. Diese Verletzung wollte monatelang nicht heilen und ich war lange Zeit ans Liegen gebunden, was meinen Körper zusätzlich geschwächt hat.

Heute, Monate später, sieht mein Alltag anders aus:

  • Innerhalb meiner Wohnung kann ich mich nur noch mit großer Mühe und nicht vollständig ohne Hilfsmittel fortbewegen.
  • Draußen bin ich mittlerweile auf einen Rollstuhl angewiesen, um mobil zu bleiben und trotzdem am Leben teilzuhaben.
  • Selbst einfache Dinge wie der Besuch einer Toilette sind oft eine Herausforderung, da viele Toiletten zu niedrig sind. Für mich bedeutet das eine reale Sturzgefahr – ich könnte „wie eine Kartoffel“ fallen und bin darauf angewiesen, dass mir jemand beim Aufstehen hilft.

Diese neue Realität ist nicht einfach. Aber sie ist Teil meines Weges – und sie zeigt mir noch deutlicher, wie wichtig Barrierefreiheit, Hilfsmittel und Unterstützung in unserer Gesellschaft sind.


Fazit

Die Muskelerkrankung „Bethlem“ mag meinen Körper beeinträchtigen, aber sie hat meine Entschlossenheit gestärkt. Sie hat mich dazu inspiriert, für eine inklusive Welt zu kämpfen, in der jeder Mensch – unabhängig von seinen Einschränkungen – die Möglichkeit hat, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und seine Träume zu verwirklichen.

Barrieren sind da, um überwunden zu werden – manchmal mit Rampen, manchmal mit Hilfsmitteln, und oft mit der Unterstützung von Menschen, die verstehen.


Ein persönlicher Appell an meine Leser*innen

Ich möchte euch von Herzen bitten: Achtet auf Barrierefreiheit, denkt an Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und seht, wie wichtig Unterstützung, Rampen und Hilfsmittel im Alltag sind. Schon kleine Veränderungen – ein höhenverstellbarer Tisch, eine Rampe vor dem Eingang oder ein barrierefreier Weg – können das Leben für uns enorm erleichtern.

Wenn ihr selbst Veranstaltungen, Restaurants oder öffentliche Plätze besucht, nehmt einen Moment, um zu überlegen: Wie zugänglich ist dieser Ort wirklich? Jede Rückmeldung, jede Idee für mehr Inklusion kann helfen, unsere Welt gerechter und zugänglicher zu gestalten.

Teilt gerne eure Erfahrungen oder Geschichten – je mehr wir darüber sprechen, desto mehr Bewusstsein entsteht. Zusammen können wir dafür sorgen, dass Menschen mit Bethlem, Muskeldystrophie oder anderen Mobilitätseinschränkungen selbstbestimmt und sicher am Leben teilnehmen können.

Denn Barrierefreiheit ist kein Extra – sie ist ein Recht. Und Inklusion beginnt mit Aufmerksamkeit, Empathie und kleinen, konkreten Schritten im Alltag.