Rollstuhl trifft Weserrenaissance – Mein Abenteuer am Schloss Bad Pyrmont

Kultur, Kiesel & Kopfsteinpflaster – Inklusion mit kleinen Hindernissen

Wenn man – so wie ich – Schlösser, Burgen, verwinkelte Altstädte und historische Architektur liebt, dann ist das Schloss Bad Pyrmont ein echtes Highlight. Das prachtvolle Gebäude mitten in der Kurstadt hat Geschichte, Charakter – und leider auch einige barrierebedingte Hürden. Aber ich nehme euch mit auf meine ganz persönliche Schlossbesichtigung mit meinem Efix-Rollstuhl.

Geparkt habe ich auf einem gut gelegenen Behindertenparkplatz direkt am Schlossplatz. Von dort rollte ich über die Straße – kein Problem – und über eine Brücke auf das Schloss zu. Und wie es bei historischen Orten leider oft der Fall ist: Das Kopfsteinpflaster begrüßte mich gleich mit ordentlich Rüttelwirkung. Die Pflastersteine sind uneben, hoch, alt – charmant, aber definitiv nicht rollstuhlfreundlich.

Ich bin ganz realistisch: Die Erhaltung historischer Bausubstanz ist wichtig. Ich will keine glatten Asphaltwege in einem Renaissance-Schloss. Aber: Inklusion darf nicht auf der Strecke bleiben. Vielleicht finden sich noch Lösungen, die beides verbinden.

Ein Hauch von Märchen – mit steilen Herausforderungen

Das Schloss selbst wurde im 16. Jahrhundert von den Grafen von Spiegelberg erbaut, auf einer früheren Festungsinsel. Die Bauweise im Stil der Weserrenaissance beeindruckt durch ihre Symmetrie, Details und das wunderschöne Ensemble aus Brücke, Innenhof und geschwungenen Treppen.

Im Innenhof führt ein Weg bergauf zu einer oberen Terrasse. Für alle mit Handicap gilt hier: Bitte nicht alleine hochfahren! Mein Rollstuhl kippte auf dem Rückweg beinahe zur Seite, weil der Weg steil und der Untergrund rutschig war. Ohne meine Begleitung hätte ich diesen Teil nicht sicher bewältigen können. Wer mit Rollator oder zu Fuß unterwegs ist, braucht hier wirklich Trittsicherheit und Hilfe.

Oben angekommen gibt es ein nettes kleines Café – aber leider mit Stufen am Eingang. Ein Lift wäre ein Traum, doch aktuell bleibt dieser Teil für viele von uns unzugänglich. Das ist schade, denn der Ausblick über den Kurpark bis hin zum Palmgarten ist traumhaft.

Wo es klappt – und wo man nachbessern könnte

Im Schloss selbst wurde immerhin ein Fahrstuhl eingebaut – das ist ein klares Plus für Inklusion. Im ersten Stock gibt es ein Museum (Eintritt erforderlich), das ich bequem erreichen konnte. Auch wenn nicht alle Räume ideal gestaltet sind, zeigt sich hier, dass Barrierefreiheit und Denkmalschutz sich nicht ausschließen müssen.

Die öffentlichen Veranstaltungen im Schlosshof (z. B. Konzerte oder Theater im Sommer) sind ein schöner Bonus – allerdings hängt die Zugänglichkeit stark vom Aufbau ab.

Gut zu wissen: Eine Behindertentoilette befindet sich im Nebengebäude – bitte den Euro-Schlüssel mitnehmen!


🧭 Mein Fazit:

Ein wunderschönes Schloss mit viel Historie, architektonischem Charme und eindrucksvollen Perspektiven – aber mit deutlichen Einschränkungen für Menschen mit Handicap. Der Besuch lohnt sich trotzdem, wenn man eine helfende Begleitung dabei hat und weiß, was einen erwartet. Mit etwas mehr Einsatz für Inklusion wäre das Schloss ein echtes Vorbild.





Bad Pyrmonts Palmengarten – Barrierearm entspannen unter Palmen

Mein Tag im ältesten Kurpark Deutschlands mit dem Rollstuhl

Der Palmengarten im Kurpark Bad Pyrmont war mein Ziel an einem sonnigen Tag – und ich wurde nicht enttäuscht. Geparkt habe ich direkt auf einem der Behindertenparkplätze am Schlossplatz. Von dort musste ich nur die Straße überqueren und bin dann mit dem Rollstuhl auf dem Bürgersteig gemütlich bis zum Haupteingang des Kurparks an der Heiligenangerstraße 9–11 gerollt – dem sogenannten Brandenburger Tor.

An der Kasse gab es keine Ermäßigung, aber mit dem Eintrag „B“ im Schwerbehindertenausweis konnte meine Begleitperson kostenlos mit. Der Eintritt für mich betrug 6 Euro – dafür bekommt man Zugang zu einem der schönsten Kurparks, die ich bisher gesehen habe. Einen Plan mit allen Highlights gab es direkt an der Kasse – sehr hilfreich, um sich auf dem weitläufigen Gelände zurechtzufinden.

Schon der erste Eindruck war beeindruckend: alles ist sauber, gepflegt und liebevoll gestaltet. Die Wege – auch im Bereich des Palmengartens – sind breit, eben und gut befahrbar. Lediglich die Schwingtore an den drei digitalen Eingängen waren eine kleine Herausforderung. Ich habe mir dort Hilfe geholt und konnte so durch ein normales Tor in den Park gelangen.

Der Palmengarten selbst ist eine grüne Oase mit Palmen, duftenden Blüten, alten Bäumen und schattigen Alleen. Überall finden sich Sitzbänke, sogar in kleinen „Höhlen“, Themenbereiche laden zum Entdecken ein, und Skulpturen machen den Spaziergang auch kulturell spannend. Besonders gut gefallen hat mir der Barfußpfad – auch wenn ich ihn als Rollstuhlfahrerin natürlich nicht selbst nutzen konnte, fand ich ihn eine tolle Idee für Besucher, die barfuß gehen möchten.

Der Blick vom Palmengarten zur Schlossinsel – einfach traumhaft! Wir haben zwischendurch im Teehaus einen sehr guten Tee getrunken, später noch ein Bierchen genossen. Das gehört für mich zum Kurparkerlebnis genauso dazu wie das bewusste Entschleunigen.

Ein Hinweis aus meiner Erfahrung: Wer mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist, sollte auf einen stabilen Untergrund achten – manche Bereiche haben Kies, wo man leicht umknicken kann. Für Rollstuhlfahrer*innen ist der Park grundsätzlich sehr gut nutzbar, aber eine Begleitperson dabei zu haben, ist empfehlenswert.

Stunde um Stunde verging wie im Flug – und ich habe mich selten so wohl und eingebettet in die Natur gefühlt wie hier. Der Kurpark ist kein „schnell mal durchlaufen“-Ort. Er lädt ein zum Verweilen, Entdecken und Genießen – mit oder ohne Handicap.


Gelborangene Rose & Friedensbotschaft – Natur, die zu Herzen geht

Was uns eine Blume über Verantwortung, Liebe und echte Teilhabe sagt

Zwischen all den Erlebnissen unterwegs – Burgen, Stränden, Restaurants oder Wanderwegen – sind es oft die stillen, kleinen Begegnungen mit der Natur, die uns am meisten berühren. So wie bei dieser gelborangenen Rose, die ich in einem verwunschenen Garten am Wegesrand entdeckte. Ich habe sie mit Wasser besprüht, um ihre zarte Pracht im Makro einzufangen – jede Pore erzählt von Leben, jeder Tropfen von Erfrischung und Neubeginn.

Dazu kam mir ein Zitat des Dalai Lama in den Sinn:
„Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr, sondern dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art.“

Was für eine starke Botschaft – gerade in unserer Zeit.
Und genau das sehe ich auch in meinem Reiseblog als Auftrag: nicht nur Orte zu zeigen, sondern auch Wege zu hinterfragen. Ist dieser Ort barrierefrei? Können Menschen im Rollstuhl daran teilhaben? Wird Inklusion gelebt – oder nur beschönigt?

Wir brauchen keine perfekten Orte, sondern liebevoll gestaltete Räume, die allen offenstehen. Menschen mit Einschränkungen wollen nicht „extra eingeladen“, sondern ganz selbstverständlich mitgedacht werden.

So wie die Natur niemanden ausschließt, sollten auch unsere Städte, Wege, Unterkünfte und Erlebnisse für alle zugänglich sein – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Die Rose erinnert mich daran: Wirklicher Erfolg misst sich nicht an Geld oder Status, sondern an Mitgefühl und Zutritt für alle.

Der Schlangen-Knöterich – Naturheiler mit Symbolkraft

Zahnbürste der Natur: Was uns eine Wildpflanze über Beharrlichkeit und Inklusion lehrt

Auf meinen Reisen begegne ich nicht nur Burgen, Stränden oder Campingplätzen – auch die Pflanzen am Wegesrand erzählen Geschichten. So wie der Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis), der im Volksmund liebevoll „Zahnbürste“ genannt wird – wegen seiner aufrechtstehenden, pinselartigen Blütenform.

Doch hinter seiner charmanten Erscheinung verbirgt sich viel mehr: Diese robuste Wildpflanze wächst an feuchten Wiesen, Waldrändern und in Moorlandschaften. Sie trotzt widrigen Bedingungen, regeneriert sich immer wieder aufs Neue und blüht jedes Jahr in leuchtendem Rosa – selbst dort, wo andere längst aufgeben.

Spirituell betrachtet steht der Schlangen-Knöterich für Widerstandskraft, Anpassungsfähigkeit und Erneuerung. Seine Beständigkeit erinnert mich an all jene Menschen, die trotz Barrieren und Hindernissen aktiv am Leben teilhaben möchten – und oft für ihre Rechte kämpfen müssen.

Wenn ich unterwegs bin und mir anschaue, ob Orte barrierefrei oder zumindest barrierearm sind, dann frage ich mich oft: Warum ist das eigentlich immer noch nicht selbstverständlich?

Wir brauchen mehr Bewusstsein dafür, dass Inklusion kein Extra ist, sondern ein Menschenrecht. Natur kennt keine Ausgrenzung – der Schlangen-Knöterich wächst, wo er kann. Wir sollten unsere Welt auch so gestalten: offen, zugänglich und heilend für alle.

In diesem Sinne: Lasst uns auf Reisen nicht nur die Schönheit, sondern auch die Chancen zur Veränderung entdecken.

Seltene Schönheit mit tiefer Botschaft – Die blaue Rose

Ein Zeichen für das scheinbar Unmögliche und den Wunsch nach echter Teilhabe

Ein Moment der Stille, eingefangen in einer einzigen Blüte: eine blaue Rose, wie sie die Natur ursprünglich nicht kennt. Sie wurde erst nach vielen Jahren der Forschung in Japan durch gentechnische Züchtung möglich – ein Symbol für Ausdauer, Innovation und das Streben nach dem Unmöglichen.

Und genau darum geht es mir auch auf meinem Blog sunnysworldtravelblog.
Ich teste, hinterfrage und bewerte Orte, Erlebnisse und Angebote auf ihre Barrierefreiheit, Barrierearmut und Rollstuhltauglichkeit. Nicht aus reinem Interesse – sondern aus persönlicher Erfahrung. Denn ich bin selbst derzeit auf den Rollstuhl angewiesen. Und ich weiß, wie oft Inklusion zwar angekündigt, aber nicht gelebt wird.

Die blaue Rose steht in ihrer Symbolik für das Seltene, das Ungewöhnliche, oft auch für das Unerreichbare. Aber ich sage: Barrierefreiheit darf kein unerreichbares Ideal sein. Sie muss zur Selbstverständlichkeit werden – in Restaurants, auf Campingplätzen, bei Veranstaltungen, in Städten, Parks, Schlössern oder am Strand.

Inklusion beginnt mit Bewusstsein.
Und mein Gruß mit dieser außergewöhnlichen Rose soll genau das sagen: Lasst uns gemeinsam für eine Welt eintreten, die niemanden ausschließt.


Lila Träume und Lavendelduft – Barrierearm durch die Provence im Lippischen Land

Mit dem Rollstuhl unterwegs im Duftgarten von TAOASIS in Lage

Ein Ort wie aus dem Bilderbuch – lila blühende Felder, der intensive Duft von Lavendel in der warmen Sommerluft, summende Bienen und eine Atmosphäre, die sofort entschleunigt. Doch was macht diesen Ort so besonders? Ganz klar: Ich war mit dem Rollstuhl dort. Und ich habe erlebt, wie viel auch mit Mobilitätseinschränkung möglich ist – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Die TAOASIS Natur Duft Manufaktur in 32791 Lage ist ein echter Geheimtipp für alle, die auf der Suche nach Erholung, Duft und Natur sind – und das barrierearm. Direkt seitlich am Firmengelände gibt es zwei Behindertenparkplätze, die gut erreichbar sind. Der Eingang zum Shop und zum stilvoll gestalteten Café ist stufenlos und somit rollstuhlgerecht zugänglich. Ein echter Pluspunkt!

Die Toiletten befinden sich im Obergeschoss, sind aber bequem per Aufzug zu erreichen. Die Flure sind breit genug, sodass ich problemlos nach draußen zum Duftgarten und den weitläufigen Feldern rollen konnte. Draußen sitzt man gemütlich bei einem Kaffee – zwischen Kräuterdüften und Lavendelblicken.

Zwischen den Feldern ist der Untergrund für Rollstuhlfahrer allerdings nicht optimal – teilweise schmal, uneben und eher mit Begleitpersonen geeignet. Auch im Duftgarten selbst besteht der Weg aus Kieselsteinen, was das Fahren erschwert – aber mit etwas Unterstützung durchaus machbar ist. Eine zweite Hand hilft hier sehr.

Es lohnt sich! Denn die prachtvollen lila Lavendelfelder, die duftenden Kräuter und das Gefühl, mitten in einer kleinen deutschen Provence zu sein, sind ein Geschenk für die Sinne.

Aus den Pflanzen entstehen dort direkt vor Ort hochwertige Bio-Öle, Naturkosmetik und Raumdüfte – alles aus nachhaltiger Herstellung.

Für mich war es ein Ausflug, der zeigt: Barrierefreiheit beginnt da, wo sich jemand Gedanken macht. Und TAOASIS hat viele davon umgesetzt. Ich komme wieder – mit Sonne im Herzen und Lavendelduft in der Nase.


  **Die mystische Kraft der Externsteine:Barrierefreiheit im Schatten der Geschichte**

Als begeisterte Weltentouristin mit Muskeldystrophie Bethlem und meinem treuen efix-Rollstuhl bin ich stets auf der Suche nach zugänglichen Reisezielen. Die Externsteine, eine atemberaubende Felsformation im Teutoburger Wald, standen schon lange auf meiner Wunschliste. Ich war gespannt, wie gut dieses Naturwunder für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erschlossen ist. Meine jüngste Erkundungstour sollte Licht ins Dunkel bringen und aufzeigen, wo dringend Verbesserungen nötig sind.

Ein beeindruckendes Naturdenkmal mit verbesserungswürdigem Zugang für Rollstuhlfahrer



Die **Externsteine**, ein uraltes, mystisches Naturdenkmal mitten im Teutoburger Wald, zogen mich in ihren Bann. Schon die Anfahrt war gut organisiert: Mit einem **Parkticket** für 4,00 Euro ging es den teerbefestigten Berg hinauf. Links und rechts reihten sich Parkplätze im Schatten der Bäume, einige davon mit **Schotteruntergrund**, die jedoch wenig barrierefreundlich waren. Ganz oben angekommen, fand ich zum Glück einige **Behindertenparkplätze** auf der linken Seite in Richtung der Abfahrt. In der Nähe stand das Kassenhäuschen, das den Eingang zur faszinierenden Welt der Externsteine markiert.

Vom Parkplatz aus ging es mit dem Rollstuhl weiter, der Weg zum **Infozentrum** und dem angrenzenden **Restaurant** führte mich über einen kurzen, aber unebenen Waldweg. Der **grobe Schotter** im Park selbst stellte sich als eine echte Herausforderung dar. Mit einem **Rollator** wäre das Gelände kaum zu bewältigen gewesen, und selbst mit meinem **Efix-Rollstuhl** konnte ich lediglich die erste Ebene erkunden. Schon nach wenigen Metern driftete ich mit dem Rollstuhl ständig ab und entschied mich schließlich, den Weg nicht weiter zu befahren. Trotz meiner elektronischen Unterstützung musste meine Begleitung mich immer wieder nach oben schieben.

An diesem Punkt blieb ich allein auf einer ebenen Fläche, während meine Begleitung die faszinierenden **Sandsteinformationen** weiter erkundete. Es war ein seltsames Gefühl, umgeben von der erhabenen Stille des Waldes und den geheimnisvollen Felsen, die seit Jahrtausenden über das Land wachen. Die **Externsteine**, einst ein heidnischer Kultort und später eine christliche Pilgerstätte, scheinen bis heute eine mystische Energie auszustrahlen. Ihre markanten Formen wirken wie **überirdische Monolithen**, die das Tor zu einer anderen Welt öffnen.

Doch trotz dieser tief beeindruckenden Atmosphäre wurde mir schnell klar, dass das weitläufige Gelände rund um die Externsteine für Menschen mit **Mobilitätseinschränkungen** nur eingeschränkt zugänglich ist. Der grobe Schotter, die unebenen Wege und die steilen Abschnitte machen eine barrierefreie Erkundung fast unmöglich. Hier muss noch einiges überlegt werden, um Menschen mit Handicap einen vollwertigen Zugang zu ermöglichen.

Trotz der Barrieren war der Besuch dennoch nicht umsonst. Das **Infozentrum** und der **Felsenwirt**, das Restaurant vor Ort, sind **behindertengerecht ausgebaut** und bieten einen angenehmen Aufenthalt. Zudem gibt es eine **Behindertentoilette** am Parkplatz, deren Schlüssel man zu den Öffnungszeiten des Infozentrums ausleihen kann.

Am Ende blieb ein ambivalentes Gefühl: Auf der einen Seite war ich überwältigt von der **mystischen Kraft der Externsteine**, die mich in ihrer uralten Geschichte gefangen hielten. Auf der anderen Seite bedauerte ich, nicht das gesamte Gelände erkunden zu können. Vielleicht wird es in Zukunft mehr barrierefreie Wege geben, damit alle die **magische Atmosphäre** dieses Ortes vollständig erleben können.

**Mein barrierefreier Tag in Kühlungsborn an der Ostsee

Vorbildliche Inklusion am Strandabschnitt 8** 

Der Himmel über Kühlungsborn zeigte sich an diesem 18. April 2025 in Grautönen, eine frische Brise wehte von der Ostsee – perfektes Wetter, um die Barrierefreiheit der Strandabschnitte genau unter die Lupe zu nehmen. Ich parkte an der Ostseeallee, wo gleich elf exklusive Behindertenparkplätze in direkter Strandnähe (Abschnitt 8) auf mich warteten. Ein Luxus, den ich mir an vielen anderen Urlaubsorten wünschen würde! 

Was mich besonders beeindruckte: Kühlungsborn bietet insgesamt 22 (!) Behindertenparkplätze an strategisch wichtigen Punkten – vom Hafenhaus über die Seebrücke bis zu den Strandzugängen 8, 10 und 18. Noch besser: Die Stadt verfügt über 12 behindertengerechte Toiletten, verteilt auf zentrale Standorte wie den Bahnhof Ost, die Hafenmeile und mehrere Strandzugänge. 

Der Weg zum Strandabschnitt 8 war mustergültig gestaltet: Ein befestigter, rollstuhlgerechter Pfad führte durch ein kurzes Waldstück, seitlich begrenzt von Kopfsteinpflaster, aber in der Mitte perfekt befahrbar. An der Promenade angekommen, führten neben Treppen auch flache Rampen zum Strand hinab – eine durchdachte Lösung für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen. 

Das absolute Highlight: Der barrierefreie Holzsteg am Strandabschnitt 8! Er führt direkt bis zum Sand, wo spezielle Holzplattformen neben den Strandkörben Rollstuhlfahrern den Zugang ermöglichen. Die DLRG-Wachen an den Strandzugängen 8 und 18 bieten zudem behindertengerechte Badestege mit Treppen ins Wasser. 

Kleinere Verbesserungsmöglichkeiten entdeckte ich am unteren Weg: Die alle paar Meter auftauchenden Wasserrinnen (2 cm tief, 30 cm breit) könnten für manche eine Stolperfalle darstellen. Hier wäre eine Gitterauflage die perfekte Lösung. 

Trotz des bedeckten Wetters verließ ich Kühlungsborn mit einem guten Gefühl: Diese Stadt zeigt, wie Inklusion am Meer funktionieren kann! Mit 22 Behindertenparkplätzen, 12 barrierefreien Toiletten und durchdachten Zugangslösungen setzt Kühlungsborn Maßstäbe. Mehr solcher Konzepte wünsche ich mir an Deutschlands Küsten! 



🌊 **Sunny’s Tipp für Kühlungsborn** 

Auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt – Kühlungsborn zeigt, wie Inklusion am Meer gelingen kann! Mein Rat: Nutze die **Behindertenparkplätze am Strandabschnitt 8 oder 18** für den kürzesten Weg zum barrierefreien Holzsteg. Besonders in der Nebensaison kannst du hier die Ostsee ganz entspannt genießen, ohne Gedränge. 

Falls du einen **Strandrollstuhl** brauchst, frag vorab bei der **Tourist-Info** nach – die wissen genau, wo welche verfügbar sind. Und vergiss nicht: Die **behindertengerechten Badestege** an den DLRG-Wachen (Zugang 8 & 18) sind perfekt für eine erfrischende Begegnung mit der Ostsee! 

Ja, kleine Hürden wie die **Wasserrinnen am Weg** gibt es noch – aber Kühlungsborn beweist: Mit guter Planung wird Urlaub für alle möglich. Also: Pack deine Entdeckerlust ein und lass dich vom Meeresrauschen verzaubern! 

**Bleib neugierig, bleib mutig – denn die Welt gehört uns allen!** 

Deine Sunny 🌞 

Barrierefrei an die Ostsee: Mein Erlebnis an der Seebrücke Zingst

Wo das Meer ruft, aber Barrieren bleiben


Am 22. April 2025 war es endlich soweit: Mein Weg führte mich nach Zingst an die wunderschöne Ostsee, genauer gesagt zur berühmten Seebrücke. Schon bei der Ankunft verspürte ich diese typische frische Meeresbrise, die salzige Luft, die sofort Urlaubsfreude in mir auslöste. Die Seestraße, wo ich parkte, liegt direkt vor den Treppen zum Deich – eine wirklich zentrale und attraktive Lage.

Ich war erleichtert, dass es einen freien ausgewiesene Behindertenparkplatz gab. Allerdings fand ich die Anzahl der Behindertenparkplätze deutlich zu gering, besonders an einem touristisch so beliebten Ort.

Der angrenzende Bürgersteig davor war relativ hoch und uneben – ein echtes Hindernis für mich mit meinem Rollstuhl. Der Übergang vom Parkplatz zum Deich hätte barrierefreier, fließender und sicherer gestaltet sein können.

Der Aufstieg zum Kurhaus und den charmanten Restaurants auf dem Deich verlief dann erfreulicherweise barrierefrei über einen geteerten, teilweise sehr gut gepflasterten Weg. Strandaufgang Nr. 12. Der gepflegte, breite Weg wirkte einladend und ermöglichte mir, entspannt bis zur Seebrücke zu rollen.

Der Weg zum Meer – fast barrierefrei

Die Seebrücke selbst war ein echtes Highlight: Der Zugang war breit, geebnet und beidseitig mit stabilen Geländern versehen – für Rollstuhlfahrer, Rollator Nutzer oder Gebehinderte gleichermaßen angenehm und sicher. Am rechten Rand des Stegs entdeckte ich eine robuste blaue Matte, die sogar bis an den Strand führte. Diese Lösung wirkt auf den ersten Blick durchdacht, denn sie erlaubt Rollstuhlfahrern wie mir tatsächlich, den feinen Sand zu erreichen, ohne stecken zu bleiben. Doch die Freude hielt nur kurz: Von der Matte aus gelangt man leider nicht weiter zu den Strandkörben. Diese befinden sich etwa 100 Meter entfernt auf losem Sand – unerreichbar für Menschen im Rollstuhl oder mit starker Geheinschränkung. Das wirkte auf mich ernüchternd und ein wenig frustrierend.

Hier wünsche ich mir dringend eine Erweiterung: Eine durchgehende, barrierefreie Verbindung zu den Strandkörben – ähnlich, wie ich es in Kühlungsborn erlebt habe, wo ein perfekter Zugang geschaffen wurde.

Kleine Lichtblicke am Strand
Außerdem gibt es einen Strandrollstuhl, der direkt vor Ort genutzt werden kann – ein wertvoller Service für Menschen mit Handicap! Auch der Strandübergang Nr. 13 ist teilweise behindertengerecht gestaltet, was Hoffnung auf weitere Verbesserungen macht.

Ein weiteres Plus: Im Kurhaus auf dem Deich gibt es eine saubere, großzügige Behindertentoilette– ein Komfort, der leider nicht überall selbstverständlich ist und den ich hier ausdrücklich loben möchte.

Verbesserungsvorschläge aus meiner Sicht

Durchgängige, feste Wege bis zu den Strandkörben

Absenkung oder Verbreiterung der Bordsteine bei Behindertenparkplätzen

Mehr Behindertenparkplätze in der Nähe der Seebrücke und des Kurhauses

  • Deutlichere Ausschilderung von barrierefreien Strandaufgängen
  • Regelmäßige Wartung der Strandmatten für sicheren Halt

Insgesamt war der Tag in Zingst ein wunderschönes Erlebnis – aber mit einigen unsichtbaren Barrieren, die für viele leider immer noch Realität sind. Ich wünsche mir, dass auch an solch herrlichen Orten wie Zingst die Barrierefreiheit zukünftig noch liebevoller und konsequenter weitergedacht wird.

🌞 Sunny’s Tipp

Plane deinen Besuch an der Seebrücke Zingst am besten außerhalb der Stoßzeiten, besonders in der Nebensaison. So findest du leichter einen der wenigen Behindertenparkplätze und kannst den Weg zur Brücke sowie den Strand fast ungestört genießen.
Falls du einen Strandrollstuhl benötigst, erkundige dich vorab beim Kurhaus nach der Verfügbarkeit – manchmal sind diese heiß begehrt!
Und vergiss nicht: Auch wenn nicht alles perfekt barrierefrei ist – deine Abenteuerlust und Lebensfreude tragen dich weiter als jeder befestigte Weg!

Bleib neugierig, bleib mutig und entdecke die Welt auf deine eigene, besondere Weise.
Deine Sunny 🌞

**„Die Burg ruft – ein Ausflug zur Sparrenburg zwischen Kopfsteinpflaster und Panorama“** 

**Barrierefreiheit mit Licht und Schatten – mein Sparrenburg-Check** 


Die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings kitzeln auf meiner Haut, als ich mich an diesem strahlenden Märztag auf den Weg zur **Sparrenburg** in Bielefeld mache. Mit dem Auto fahre ich die Burgstraße hoch – das grobe Kopfsteinpflaster lässt den Wagen leicht ruckeln. In der Kesselstraße finde ich schließlich einen Parkplatz, doch erst später entdecke ich: **Direkt vor der Burg gibt es zwei gut platzierte Behindertenparkplätze!** Ein Hinweis, den man online leider vergeblich sucht. 

Die hohen Festungsmauern der **aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wehranlage** beeindrucken mich sofort. Mit meiner Kamera halte ich jeden Winkel fest – besonders die **holprigen Kopfsteinpflasterwege**, die für Rollstuhlfahrer*innen und Menschen mit Gehbehinderung zur echten Herausforderung werden können. 

**Barrierefreiheit mit Licht und Schatten – mein Sparrenburg-Check** 

Der kurze, aber steile Anstieg zur Burg erfordert **unbedingt eine Begleitperson** – idealerweise eine, die notfalls schieben oder stabilisieren kann. Oben angekommen, entschädigt der **atemberaubende Blick über den Teutoburger Wald** für die Strapazen. Doch die Burg selbst bleibt ein **ambivalentes Erlebnis**: 

– **Die nachträglich eingebaute Rampe** zu den Toiletten ist ein Pluspunkt – hier wurde nachgebessert! 

– Die **Behindertentoilette** ist zwar großzügig dimensioniert, aber **viel zu niedrig**. Für viele Menschen mit Erkrankungen (z.B. Muskelschwäche oder Gelenkproblemen) ist das Aufstehen kaum möglich – **ein Toilettenlifter wäre hier dringend nötig!** 

– **Das moderne Besucherzentrum** im Innenhof stört leider das historische Flair. Meiner Meinung nach hätte man es **weit vor den Burgtoren** platzieren sollen. 

**Ein verstecktes Juwel:** Hinter der Burg liegt ein **kleiner Park** mit informativen Tafeln und einem Brunnen – hier kann man in Ruhe verschnaufen, bevor man sich zurück über das Kopfsteinpflaster kämpft. 

**Was ist mit den Kasematten?** Diese unterirdischen Wehrgänge aus der Renaissance sind faszinierend – doch ihre Barrierefreiheit bleibt unklar. Der Turm ist im Winter geschlossen (ab April geöffnet), aber auch hier fehlen Infos für Gäste mit Handicap. 

**Mein Fazit:** Die Sparrenburg ist **historisch beeindruckend**, aber kein Selbstläufer für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Mit guter Vorbereitung (und vielen Fotos zur Wegeplanung!) lohnt sich der Besuch dennoch – allein schon für das Gefühl, zwischen diesen uralten Mauern zu stehen.