Über den Dächern von Rothenburg — Mein Riesenrad-Moment mit dem EFix 🎡
Es gibt Momente im Leben, in denen man sich selbst überrascht. Momente, in denen man denkt: Hätte mir das jemand vor einem Jahr erzählt, hätte ich herzlich gelacht. Dieser Moment kam für mich auf einem großen, geschäftigen Parkplatz am Rand der mittelalterlichen, malerischen Altstadt von Rothenburg ob der Tauber — und er leuchtete bunt, drehte sich majestätisch in den Abendhimmel und hatte exakt 60 Meter Höhe.
Ein Riesenrad. Strahlend. Verlockend. Einschüchternd.
Der Funke: Ein Instagram-Post und eine mutige Idee
Alles begann — wie so vieles in unserem modernen Leben — mit einem Instagram-Beitrag. Ich hatte kurz zuvor ein Foto gesehen: eine Rollstuhlfahrerin, strahlend, siegessicher, hoch oben in einer Riesenrad-Gondel. Das gibt es also, dachte ich. Das ist möglich. Und dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los.
Als ich also wenig später am Abend mit meinem treuen EFix über den weitläufigen, gut asphaltierten Parkplatz rollte und das Riesenrad in der golden-rötlichen Abendsonne vor mir aufragte — da war die Entscheidung längst gefallen. Ich sagte es meinem Begleiter. Er schaute mich an. Ich schaute ihn an. Und dann rollten wir los.
Die Überraschung: Ein Außenaufzug, der alles verändert
Was ich nicht erwartet hatte: Bereits der Zugang zum Kassenbereich war durchdacht und rollstuhlgerecht gelöst. Rechts neben dem Eingang wartete ein kompakter Außenaufzug — eine Heberampe, schlicht, funktional, aber in diesem Moment für mich golden. Mit dem EFix auf die kleine Plattform gerollt, Knopf gedrückt — und schwups, befand ich mich einen Meter höher, auf der Ebene, wo das Leben am Riesenrad begann: Kasse, Trubel, Vorfreude.
Mein Begleiter erkundigte sich höflich beim Personal. Ob es denn mit dem Wheelchair — also für eine mobility-challenged Person wie mich — eine Möglichkeit gäbe, mitzufahren? Die Antwort kam prompt und erfreulich entspannt: Ja, selbstverständlich. Eintritt für mich: 9 Euro. Begleitperson: umsonst. Ein breites Lächeln machte sich auf meinem Gesicht breit.
Ich musste lediglich nach hinten ausweichen — vorne stiegen die fußläufigen Fahrgäste ein, während wir geduldig und erwartungsvoll warteten. Und dann — endlich — rollte sie heran: die Gondel mit dem Rollstuhlsymbol. Groß, geräumig, einladend. Der freundliche Mitarbeiter öffnete schwungvoll das Tor, klappte zwei stabile Rampen aus, und mit einem beherzten Anlauf rollte ich hinein. Mein Begleiter folgte. Tor zu. Und dann begann das Abenteuer.
60 Meter Höhenangst, Ruckelei und pure Faszination
Ich gebe es offen zu: Ich habe eine kleine, aber durchaus lebhafte Höhenangst. Sie ist nicht dramatisch, nicht lähmend — aber sie ist da, pocht leise und meldet sich zuverlässig, wenn der Boden unter mir in weite Ferne rückt.
Bei etwa 40 Metern ruckelte die Gondel. Nur kurz. Nur ein bisschen. Aber mein Magen war sofort hellwach und schickte eine unmissverständliche Nachricht ans Gehirn: Achtung. Wir sind sehr hoch. Ich klammerte mich innerlich zusammen, lachte nach außen hin tapfer — und schaute hinaus.
Und dann war da oben plötzlich alles vergessen.
Denn Rothenburg ob der Tauber aus 60 Metern Höhe ist schlicht und ergreifend atemberaubend. Die mittelalterlichen Türme, die roten Ziegeldächer, die gewundenen Gässchen — alles lag zu meinen Füßen wie ein detailverliebtes, lebendiges Modell einer anderen Zeit. Die Abendsonne tauchte die gesamte Szenerie in ein warmes, unwirklich schönes Licht, und ich saß mittendrin, hoch oben, und konnte nicht aufhören zu staunen.
Drei Mal drehte sich das Riesenrad. Und jedes Mal, wenn wir den höchsten Punkt erreichten, gab es Neues zu entdecken: hier ein versteckter Turm, dort ein leuchtend grüner Garten hinter alten Mauern, und am Horizont die sanft geschwungene Landschaft Frankens, die sich endlos weit erstreckte. Ich fotografierte. Ich staunte. Ich vergaß meine Höhenangst. Fast.
Fazit: Inklusion kann sich drehen — und das wunderschön
Dieser Abend hat mir etwas Wichtiges gezeigt. Nicht nur, dass ich mutiger bin, als ich manchmal denke. Sondern dass Inklusion funktioniert, wenn jemand sie wirklich will. Ein Außenaufzug, eine rollstuhlgerechte Gondel, aufgeklappte Rampen, ein freundlicher Mitarbeiter ohne Zögern und ein fairer Eintrittspreis mit kostenloser Begleitperson — das ist kein Hexenwerk. Das ist Haltung.
Das Riesenrad auf dem Parkplatz von Rothenburg ob der Tauber hat mir einen unvergesslichen Abend geschenkt. Es hat mich 60 Meter in die Höhe getragen — und mein Herz noch ein Stückchen höher.
Wer also das nächste Mal in Rothenburg ist und das Riesenrad auf dem Parkplatz sieht: Ranfahren. Fragen. Einsteigen. Es lohnt sich. Für alle.
Rollstuhl: EFix
· Höhe: ca. 60 Meter
· Eintritt: 9 € (Begleitperson frei)
· Barrierefreier Zugang: Außenaufzug + Rollstuhlgondel
· Empfehlung: Unbedingt! ⭐⭐⭐⭐⭐
#sunnysworldtour #rothenburgobtauber #riesenrad #rollstuhlreisen #barrierefreiheit #inklusion #efix #wheelchairlife #accessibletravel #reisenmithandicap #mittelalter #franken #höhenangstadeprogramm












