Der Rüthener Hexenturm: Ein Blick nach zurück

Text und Fotos: Silvia Padberg

Rüthen galt im 17. Jahrhundert – zumindest in der näheren Umgebung – als Hochburg der Hexenverfolgung und Inquisition. An der Stadtmauer befindet sich der letzte einzig erhaltene mittelalterliche Turm der Stadtbefestigung. Das halbrunde Gebäude bekam im Volksmund die Bezeichnung „Hexenturm“.
Der „Hexenturm“ diente nicht speziell „während der Inquisition“, der Phase der Hexenprozesse“, sondern in der Frühen Neuzeit als Kerker und Folterkammer.


Im Sauerland selbst wurden in jener Zeit rund 600 Menschen als Hexen verurteilt, die Hälfte davon waren Männer. In Rüthen selbst wurden 102 Menschen der Hexerei bezichtigt, verurteilt und auf brutaler Weise verhört und Todesurteile gesprochen. Nur zwei Personen überlebten diese Verhöre.

Hexerei, Hexen …

Bei dem Begriff Hexe stellen wir uns sofort eine alte, gebrechliche Frau mit Buckel, roten Haaren, schwarzer Warze auf der Nase und einer auf der Schulter sitzenden Katze vor. Grimms und Bechsteins Märchen tragen wohl ihren Hauptteil dazu bei.

Anders mit Mittelalter. Die meisten „Hexen“, die auf dem Scheiterhaufen landeten, waren Frauen, die einfach etwas besser konnten als andere. Da reichte es manchmal schon aus, dass sie die Butterherstellung besser beherrschten Der Neid eines Zeitgenossen ließ sie dann gleich zu „Butterhexen“ werden.

Oft waren es auch alleinlebende Frauen, die ein hohes Wissen über Pflanzen, Kräuter und deren Wirkung besaßen. Sie verstanden sich auch mancherlei Heilkünste. Die Dorfbewohner eilten zu ihnen, um sich Rat oder ihre Hilfe bei Niederkünften einzuholen. Medicus und Pfarrer sahen das natürlich nicht gern und so fanden die Besuche oft im Geheimen statt. Auch wenn das nicht jeder zugab, so hatten diese Frauen doch ein hohes Ansehen …

So lange alles gut ging. Ging aber irgendetwas schief – sei es, dass das Heilkraut nicht anschlug, eine Missernte erfolgte, eine Totgeburt oder eine Seuche auftrat – fiel der Verdacht sofort auf eine heilkundige Frau: Sie hätte das Unglück sehen und verhindern müssen. Schnell wechselte es vom hohen Ansichten zum schlecht Ruf. Man verleumdete sie, bezichtigte sie der Hexerei aufgehetzt. Viele unschuldige Frauen wurden besonders zur Zeit der Inquisition gefoltert und zum Scheiterhaufen verurteilt.  Mehrheitlich richtete sich die Hexenverfolgung gegen Frauen, doch auch Männer wurden der Zauberei und Hexerei bezichtigt.

Zeugen der Folter

Betritt man das mittelalterliche Gebäude befinden sich kleine Schießscharten und damalige üblichen Verhörinstrumente an den Wänden, zum Beispiel Foltergeräte, wie eine Daumenschraube, eine eiserne Folterzange und ein Richtschwert. Beleuchtete Informationstafeln zur geschichtlichen Hexenverfolgung sind im Boden eingelassen. Ins Obergeschoß gelangt man über eine schmale Holztreppe, dort hängen an den Wänden eine alte Rute und eine Halsfessel. Weiterhin befindet sich hier ein sogenannter „Aufzug“ – eine Schlinge, die an einem schweren Stein befestigt ist. Und ein hölzerner Folterstuhl.

Hexen in  heutiger Zeit
Trotz allem, was man diesen Menschen im Mittelalter angetan hat, kam Mitte des 19. Jahrhundert der Neopaganismus, das Neuheidentum, auf. In den USA z. B. ist der Wicca-Kult als Religion anerkannt. Weltweit gibt es wohl mehr als 800.000 Menschen, die in kleineren, meist unabhängigen Hexenzirkeln, sogenannten Coven, zusammenkommen.

Diese Frauen (und auch Männer) bezeichnen sich stolz und selbstbewusst als Hexe(r). Sie nutzen – wie schon ihre Vorgänger in alter Zeit-  die Naturkräfte der Mondphasen, Edelsteine, Kräuter etc. Ihre drei wichtigsten Hexenregeln lauten: „Tu was du willst, und schade niemanden“, „Alles was du aussendest, kehrt dreifach zu dir zurück“ und „Jeder Zauber hat eine Wirkung“.

Rüthens Bewusstsein

Mit einer Bronzetafel am zweigeschossigen Hexenturm erinnert Rüthen an diese Zeit: „Wir können nicht rückgängig machen, was geschehen ist, doch wir wollen die Opfer nicht schuldig im Gedächtnis behalten“. Damit setzt sich die Stadt ganz klar gegen „menschenverachtende Vorteile, soziale Ausgrenzungen und inhumane Diskriminierungen in Gegenwart und Zukunft“ ein. Ein vorbildlicher Umgang mit der Vergangenheit, woll?



Der Rüthener Hexenturm:

Früher Folterstätte, heute Mahnmal gegen Diskriminierung

Der Rüthener Hexenturm:

Früher Folterstätte, heute Mahnmal gegen Diskriminierung



Fleischwurst, Brot und Likör für Pilger

Text und Foto: Silvia Padberg

Immer mehr Menschen wollen ihrem stressigen Alltag zu entfliehen. Sie möchten den Sinn von Inspiration und Einkehr erfassen. Mit dem ökumenischen Projekt 3Klang gibt es in Kallenhardt seit dem vorletzten Jahr die Möglichkeit dazu. 

Damit haben sich viele neue Wege aufgetan. Der Pilgerweg – für die Region, aus der Region – wird bereits bestens angenommen. „Meditation in Bewegung“ ist die Philosophie dahinter. Der Weg führt die drei Kallenhardter Kirchen – die katholische  Pfarrkirche St. Clemens als Ausgangspunkt verschiedener Pilgerwege, die evangelische Erlöserkirche und die Kapelle am Eulenspiegel –  zusammen. Wanderer können zwischen einer drei, neun oder 16 Kilometer langen Wanderroute wählen. Im Ort weisen Hinweisschilder die Richtung.

Mit dem 3Klang-Weg öffneten sich auch kulinarisch neue Pfade in dem Bergdorf. Beispielsweise kreierte der örtliche Fleischer Andreas Finger eine Pilgerwurst, indem er die beliebte Fleischwurst aus seinem Betrieb verfeinerte. „Die Idee kam mit dem 3Klangweg. Ein Unterschied zu unserer herkömmlichen Fleischwurst ist der dickere Darm“, erklärt Metzger Finger. Somit ist die Wurst im Pilgerrucksack besser behütet und bleibt auch auf längeren Strecken frisch. Die dorfansässige Bäckerei folgte der Idee und zeichnete ein Pilgerbrot, die Edelbrennerei ein schmackhaftes würziges Likörchen mit dem Pilgerlabel aus.

Gute Rast allseits mit Schuh und Rucksack!
 


Randzitat:

Dank dickerem Darm ist die Pilgerwurst im Rucksack gut behütet

Der Bericht: https://woll-magazin.de/?p=139092

Sonnenblumen gehören zum Sommer wie die Sonne

Sonnenblumen gehören zum Sommer wie die Sonne 🌻🌻🌻.

Markant sind die riesigen gelben Blüten an den festen Stängeln und strahlen über ganze Beete und Felder.

Photo: Sunny´s Photography

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Internationaler Tag des Bieres

International Beer Day findet jährlich am ersten Freitag im August statt. Weltweit wird heute das Getränk Bier gefeiert und getrunken.
Drei Ziele verfolgt der Internationale Tag des Bieres :
-Freunde treffen, um das leckere Bierchen zu genießen
-Frauen und Männer zu Ehren, welche das Bier brauen und servieren
-Gemeinsam die Biere aller Nationen und Kulturen zu feiern und die Welt zu vereinen.

Foto: Sunny´s Photography

Einen Ausflug zum Freilichtmuseum Hagen

Wer 200 Jahre alte Handwerks- und Technikgeschichte mit alten Architekturen erleben und sehen möchte, ist beim Freilichtmuseum in Hagen genau richtig.

Das Museum liegt in einem sehr schönem eingekesseltem Tal, sehr bewaldet mit Wiesen und Wasser.

Für Ältere und Menschen mit Handicap allerdings eine Komplexität, diesen Park zu erleben.

Das Parken direkt am Freilichtmuseum ist auf den zugewiesenen Behindertenparkplätze möglich, die Parkplätze sind überwiegend mit Kies und Wiese beschaffen, kein fester Untergrund. Von hier aus geht der Fußmarsch am Bachlauf, an der Käserei mit dazugehörenden Kühen über einen sehr unebenen Feldweg noch ca. 500 Meter bis zum Eingang/Kasse. Elektro-Rollis kein Problem, aber für Personen mit Rollator, oder Rollstuhl, oder schwer Gebehinderte ein recht anstrengender Weg.

Ein Plus an den Park, hier können an der Museumskasse Rollstühle geliehen werden.

Nach dem Eingang erstreckt sich das Gelände sehr weitläufig und bergig und einem Parcours von 80 Höhenmeter muss durch das Ensemble von Handwerk- und Gewerbebetrieben des 19. und des frühen 20.Jahrhundert durch den Wald überwunden werden. Gleich am Anfang der ersten Steigerung ist der Weg sehr uneben mit Kopfsteinpflaster versehen. Ich beobachtete einen Nicht-E-Rolli-Fahrer, der von seiner Begleitperson hinaufgeschoben wurde, dass er viel Kraft brauchte und die Räder sich in dem Kopfsteinpflaster verkanteten. Hier wird es auch für Rollator; Ältere und Gebehinderte sehr schwer diese Meter zu bewältigen. Auf dem weiteren Weg das Tal hinauf kommen viele schöne Gebäude und Werkstätten und die Wege sind unterschiedlich von Asphalt, Kies und Kopfsteinpflaster versehen. Manche Erhebungen sind fast nicht für schwer Gebehinderte oder schiebende Rollstuhl/Rollator Fahrer zu schaffen.

Viele Bänke laden zum Ausruhen an. Einige Bänke kann man nicht nutzen, da sie so angesetzt sind, dass man über ein Stück Gras/Wiese gehen muss, welches zum Stolpern einlädt.
 
Nicht jedes Haus und nicht jede Werkstatt ist ebenerdig, denn früher gab es steile und enge Treppen. Rund 18 Gebäude sind ebenerdig zugänglich bzw. einsehbar.

Dennoch sind die Sehenswürdigkeiten aus der damaligen Zeit über das Druckerhandwerk, Papierherstellung, Brennerei, Sattlerei uvm. großartig. Die Darbietung wie Eisen geschmiedet, Feilen gehauen, Metall am Feuer und Sensen mit Wasserkraft gedengelt werden, ist schon eine Handwerkskunst, welches großen und kleinen Besuchern dargeboten wird.

Bis man oben am Ende des Geländes im historischen Dorf (einer Brauerei, einem Kolonialwarenladen, einer Bäckerei und Fleischerei und einer Gastronomie) angelangt ist hat man gefühlte drei Kilometer bei wirklich steilem Anstieg zurückgelegt.

Diese Wege müssen auch wieder zurückgelegt werden, eine Auszeit kann man im barrierefreien Restaurant Museumsterrassen einlegen und es gibt die Möglichkeiten Behindertentoiletten aufzusuchen.

Für Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen ist noch Handlungsbedarf diesen Park aufzusuchen. Was möchtest du hier sagen?

* Eintritt mit Schwerbehindertenausweis ermäßigt
* Begleitperson ermäßigt
* Rollstuhlgerecht – nein – Begleitperson erforderlich
* E-Rolli – ja
* Gehbehinderung – nein – empfohlen Begleitperson

Für Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen ist noch Handlungsbedarf diesen Park aufzurüsten

Hier finde ich es von Vorteil, wenn es eine Besucherbahn geben würde, der direkt vom Parkplatz fährt und im Park selbst an verschiedenen Stellen Menschen mit Handicap rein und rauslässt. Zudem sollte es die Möglichkeit mit so einer Bahn auch Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen zu befördern.



 

Lilie

Die Lilie gilt als Königin der Blumen.

Die Blume diente im Mittelalter oft als Wappen-Symbol. Heutzutage wird sie wegen ihres auffallenden Äußeren von vielen Menschen als Zierpflanze geschätzt. Im asiatischen Raum dient sie sogar als Lebensmittel und Heilpflanze.
Aufgrund ihres Aussehens steht die Lilie für Sinnlichkeit, Würde, Eleganz, sowie für Glanz und Weiblichkeit.

Foto : Sunnys Photography

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junges Eselchen – Huberta

Richtung Hiebammen-Hütte in Brilon traf ich bei einem Spaziergang ein paar Esel auf einer Wiese an. Ein kleines, vielleicht ein paar Monate altes Jungtier.

Das Huftier in Brilon wird auch liebevoll Huberta genannt, welches in der Stadt oft auch als Statur auftritt.

Vielleicht Huberta – Nachwuchs?

Früher übernahme der Esel die gleichen Aufgaben wie heute noch in vielen Ländern der Erde.

Immer wieder ein schönes Motiv.

Foto: sunny photography

Goldmarie Olsberg – Eis-Café

In der Goldmarie Olsberg bekommt man schmackhafte Törtchen, Kuchen, Getränke oder einen Eisbecker. Bei der Herstellung wird hier auf regionale Produkte und vor allem aus natürlichen Zutaten geachtet. Selbst hergestellte Soßen und Toppings für Eisbecher, Sirup, Limos. Alles frisch und bekömmlich.

Die Innenraumgestaltung des Cafe´s basiert auf das Märchen Goldmarie. Mit alten und neuen Möbeln entstand ein gewisser Charme. Eine Spielecke für die Kleinen und mitten im Raum an einer Säule wurde ein Märchenbaum, dessen lange Äste unter der Decke in alle Richtungen zeigen mir  vielen Lampen befestigt.

Auf gleicher Ebene befinden sich auch die Toiletten. Für große Rollstuhlfahrer nicht geeignet, gerade noch für Rollator. Aber immerhin barrierefrei.  
M.E. könnten bei machen Vanille-Eiszutaten noch mehr der Vanillegeschmack eingebunden werden; ist halt Geschmackssache.

Draußen gibt es eine große Rampe, die Eingangstür ist breit genug für elektrische Rollstuhlfahrer.

* top – Eingangsbereich, keine Stufen – geeignet für Behinderte mit und ohne Rolli
* top – Innenraum, genügend Platz für Rollifahrer
* – Toilette ebenerdig – barrierefrei, dennoch nicht geeignet für große Rollis.
#keine Werbung

Inneneinrichtung Goldmarie Olsberg
Innenraum, links Spielecke, sichtbar Toiletteneingänge, Goldmarie Olsberg
Außenansicht, Rampe, Goldmarie Olsberg