❄️ Winterzauber auf dem Kahlen Asten – unterwegs im Rollstuhl bei eisiger Schönheit

🌨️Eine Rollstuhltour bei –7 Grad: Schneegestöber, Hochheide & Heimatgefühle

Gut und warm eingepackt hieß es heute: Auf geht’s zum Kahlen Asten. Dicke Decken, Mütze, Handschuhe – alles dabei. Und natürlich durfte der Fotoapparat nicht fehlen, denn schon beim Ankommen war klar: Dieser Ausflug würde bilderreich und unvergesslich werden.

Die Parkplätze präsentierten sich winterlich herausfordernd – teilweise geräumt, teilweise noch hart gefroren. Einen expliziten Behindertenparkplatz gab es leider nicht. Ein Punkt, den ich mir für die Barrierefreiheit durchaus anders wünschen würde. Trotzdem fanden meine Begleitung und ich einen geeigneten Platz. Rollstuhl aufbauen, hineinsetzen, kurz durchatmen – und los ging es.

Rund um das Gebäude hatte der Schneepflug einmal komplett geschoben. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, ob mein Efix-Rollstuhl mit Eis und Schnee zurechtkommen würde. Doch schon nach den ersten Metern wich die Unsicherheit einer vorsichtigen Zuversicht.

Und dann diese Aussicht! Gefrorene Bäume, verschneite Tannen, glitzernde Eiskristalle – ein echtes Winterwunderland. Traumhaft schön. Grandios. Bibbernd kalt. Die klare Höhenluft auf 841,9 Metern war eisig, aber unglaublich belebend.

Der Kahle Asten liegt bei Winterberg im Hochsauerlandkreis und ist mit 841,9 m ü. NHN der dritthöchste Berg des Rothaargebirges sowie der zweithöchste in Nordrhein-Westfalen. Hier oben befindet sich auch die bekannte Wetterwarte sowie der Astenturm mit angeschlossenem Hotel-Restaurant – ein markanter Punkt in der winterlichen Landschaft. Für mich ganz besonders: Winterberg ist mein Geburtsort. Umso emotionaler war es, diesen Ort im tiefsten Winter und im Rollstuhl zu erleben.

Um auf die Hochheide zu gelangen, zog mich meine Begleitung vorsichtig rückwärts über einen kleinen Schneewall – Teamwork, das Vertrauen braucht. Und dann stand ich mitten im Hochheide-Naturschutzgebiet. Durch die vielen Besucher waren die Wanderrouten gut festgetrampelt. Erstaunlich gut kam mein Rollstuhl mit der festen Schneedecke zurecht und meisterte die Strecke größtenteils aus eigener Kraft. Ein schönes Gefühl von Freiheit, trotz Winter und Rollstuhl.

Die Hochheide rund um den Kahlen Asten ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet mit gut ausgeschilderten Wanderrouten. Viele Wege sind breit und relativ eben, was sie – bei passenden Bedingungen – auch für Rollstuhlfahrer nutzbar macht. Natürlich gilt: Schnee, Eis und Wetter spielen eine entscheidende Rolle. Gute Begleitung und realistische Selbsteinschätzung sind hier besonders wichtig.

Nach knapp einer Stunde meldete sich dann die gnadenlose Eiseskälte. Sie kroch mir in die Fingerspitzen, die ich kaum schützen konnte – schließlich wollte ich fotografieren, jeden Moment festhalten. Irgendwann war klar: Jetzt ist es genug.

Zurück am Auto half mir mein Begleiter auf den Sitz. Sitzheizung an. Schuhe und Socken aus, damit die Zehen langsam wieder warm wurden. Ein Moment der Erleichterung – und des Glücks.

Dieser Ausflug hat sich gelohnt. Ein Winterabenteuer im Rollstuhl, bei –7 Grad, im Schneegestöber, an einem Ort voller Natur, Weite und persönlicher Erinnerungen. Manchmal muss man sich einfach trauen. Auch – oder gerade – mit Rollstuhl.

❄️🤍

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