Mein Tag im ältesten Kurpark Deutschlands mit dem Rollstuhl
Der Palmengarten im Kurpark Bad Pyrmont war mein Ziel an einem sonnigen Tag – und ich wurde nicht enttäuscht. Geparkt habe ich direkt auf einem der Behindertenparkplätze am Schlossplatz. Von dort musste ich nur die Straße überqueren und bin dann mit dem Rollstuhl auf dem Bürgersteig gemütlich bis zum Haupteingang des Kurparks an der Heiligenangerstraße 9–11 gerollt – dem sogenannten Brandenburger Tor.
An der Kasse gab es keine Ermäßigung, aber mit dem Eintrag „B“ im Schwerbehindertenausweis konnte meine Begleitperson kostenlos mit. Der Eintritt für mich betrug 6 Euro – dafür bekommt man Zugang zu einem der schönsten Kurparks, die ich bisher gesehen habe. Einen Plan mit allen Highlights gab es direkt an der Kasse – sehr hilfreich, um sich auf dem weitläufigen Gelände zurechtzufinden.
Schon der erste Eindruck war beeindruckend: alles ist sauber, gepflegt und liebevoll gestaltet. Die Wege – auch im Bereich des Palmengartens – sind breit, eben und gut befahrbar. Lediglich die Schwingtore an den drei digitalen Eingängen waren eine kleine Herausforderung. Ich habe mir dort Hilfe geholt und konnte so durch ein normales Tor in den Park gelangen.
Der Palmengarten selbst ist eine grüne Oase mit Palmen, duftenden Blüten, alten Bäumen und schattigen Alleen. Überall finden sich Sitzbänke, sogar in kleinen „Höhlen“, Themenbereiche laden zum Entdecken ein, und Skulpturen machen den Spaziergang auch kulturell spannend. Besonders gut gefallen hat mir der Barfußpfad – auch wenn ich ihn als Rollstuhlfahrerin natürlich nicht selbst nutzen konnte, fand ich ihn eine tolle Idee für Besucher, die barfuß gehen möchten.
Der Blick vom Palmengarten zur Schlossinsel – einfach traumhaft! Wir haben zwischendurch im Teehaus einen sehr guten Tee getrunken, später noch ein Bierchen genossen. Das gehört für mich zum Kurparkerlebnis genauso dazu wie das bewusste Entschleunigen.
Ein Hinweis aus meiner Erfahrung: Wer mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist, sollte auf einen stabilen Untergrund achten – manche Bereiche haben Kies, wo man leicht umknicken kann. Für Rollstuhlfahrer*innen ist der Park grundsätzlich sehr gut nutzbar, aber eine Begleitperson dabei zu haben, ist empfehlenswert.
Stunde um Stunde verging wie im Flug – und ich habe mich selten so wohl und eingebettet in die Natur gefühlt wie hier. Der Kurpark ist kein „schnell mal durchlaufen“-Ort. Er lädt ein zum Verweilen, Entdecken und Genießen – mit oder ohne Handicap.























































































