Frankenberg, eine charmante Stadt mit einer reichen Geschichte und wunderschönen alten Gebäuden, hat viel zu bieten – doch der Weg dahin, insbesondere für Menschen mit Handicap, ist nicht immer einfach. Bei meinem Besuch entdeckte ich sowohl positive Aspekte als auch Bereiche, die noch verbessert werden müssen, um die Stadt wirklich barrierefrei und für alle zugänglich zu machen.

Barrierefreie Entdeckungsreise durch Frankenberg: Ein gemischtes Erlebnis
Frankenberg begrüßt Besucher mit historischen Gebäuden und einer malerischen Altstadt, die sich hervorragend für einen gemütlichen Spaziergang eignet – zumindest, wenn man keine großen Mobilitätseinschränkungen hat. Einige Bereiche der Stadt sind gut durchdacht und bieten eine barrierearme Erkundung. Ein Beispiel dafür ist der Weg vom Fluss Eder entlang der Uferstraße bis hinauf zum Wasserpark Illerplatz. Die Serpentinen sind wunderbar ohne Barrieren gestaltet, sodass ich problemlos mit meinem Rollstuhl den Hang hinauffahren konnte. Für diejenigen, die es bevorzugen, Stufen zu gehen, wurden diese parallel integriert. Ein toller Kompromiss, der sowohl barrierefreie als auch traditionelle Wege miteinander vereint.
In der Altstadt, besonders auf der Nemphe und der Neustädter Straße, lässt es sich relativ gut mit dem Rollstuhl fortbewegen. Der Untergrund ist größtenteils eben, mit quadratischen Kopfsteinpflasterflächen, die die Mobilität erleichtern. Für Menschen mit Rollatoren oder stärkeren Gehbehinderungen ist dieser Bereich angenehm befahrbar. Der weitere Weg zur Ritterstraße führte mich jedoch in eine schwierigere Zone: Die Steingasse, die steil bergauf geht und mit unregelmäßigem Kopfsteinpflaster versehen ist, stellte für meinen Rollstuhl – auch mit dem efix – eine echte Herausforderung dar. An dieser Stelle hätte ich mir eine besser ausgebaute Strecke gewünscht, die auch mit schwereren Rollstühlen problemlos befahrbar wäre.
Leider musste ich feststellen, dass viele historische Orte in Frankenberg, wie die Liebfrauenkirche, nicht barrierefrei zugänglich sind. Nur Treppen führten zum Eingang, was besonders frustrierend war, da ich diesen schönen Ort gerne besucht hätte.
Kritikpunkte: Verbesserungsbedarf für eine echte Barrierefreiheit
Nicht nur die unebenen Straßenbeläge in einigen Teilen der Stadt, sondern auch die unzureichende barrierefreie Infrastruktur trüben das Gesamtbild. Die öffentlichen Toiletten „am Marktplatz 1“ sind nicht barrierefrei, da eine Stufe den Zugang erschwert. In einer Stadt, die den Begriff „barrierefrei“ ernst nehmen möchte, sollten solche grundlegenden Einrichtungen für Menschen mit Handicap ohne Barrieren zugänglich sein. Zudem war die Suche nach Geschäften mit barrierefreien Toiletten eine echte Herausforderung, da es keine klaren Hinweise auf diese gibt. Dies könnte mit entsprechenden Beschilderungen oder Informationen verbessert werden.
Frankenberg bietet zwar einige schöne, historische Gebäude und einen ruhigen Charme, jedoch wirkte die Stadt an diesem Freitag Nachmittag sehr leer und wenig belebt. Geschäfte standen leer, und der Zustand der Straßen und Plätze ließ stellenweise zu wünschen übrig. Eine Stadt mit so viel Potenzial könnte mit ein wenig mehr Pflege und einem stärkeren Fokus auf Barrierefreiheit eine noch größere Anziehungskraft ausüben.
Fazit
Frankenberg hat für Menschen mit Handicap durchaus einiges zu bieten, aber es gibt noch einige Bereiche, in denen Verbesserungen nötig sind, um die Stadt wirklich für alle zugänglich und komfortabel zu machen. Der Weg in eine barrierefreie Zukunft ist klar, doch es bedarf noch einiger Anpassungen, um dieses Ziel zu erreichen.













































































