„Barrieren in der Erinnerungskultur: Wenn Geschichte für viele unerreichbar bleibt“
Als begeisterte Besucherin historischer Stätten führte mich meine Reise am 20. Juli 2024 nach Osnabrück. Mein Ziel war die Gedenkstätte Gestapokeller im Westflügel des barocken Schlosses. Dieser Ort erinnert an eine düstere Episode der Geschichte, als die Gestapo während des Nationalsozialismus politische Gegner, Juden und andere Verfolgte brutal verhörte und inhaftierte. Die Ausstellung beleuchtet eindrücklich die Schicksale der Opfer und die Strukturen des Terrors, die sich in den Kellerräumen dieses einstigen Machtzentrums abspielten.
Leider war es mir als Rollstuhlfahrerin nicht möglich, diese Gedenkstätte selbst zu besuchen. Der Zugang befindet sich im Keller und ist ausschließlich über eine Treppe erreichbar. Schon der Weg dorthin war eine Herausforderung: Der Innenhof des Schlosses, den man durchqueren muss, ist mit unebenem Kopfsteinpflaster bedeckt, was das Fortkommen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erschwert.
Während meine Begleitung die Ausstellung erkundete, blieb mir nichts anderes übrig, als draußen zu warten. Da ich ebenfalls auch politisch interessiert bin, freute ich mich sehr über die vielen Fotos, die meine Begleitung für mich aufgenommen hatte. Der Ausschluss von einem so wichtigen historischen Ort hinterließ ein Gefühl der Enttäuschung und Frustration. Die Ausstellung im Gestapokeller erzählt nicht nur von den Opfern der NS-Zeit, sondern mahnt auch eindringlich zur Wachsamkeit gegenüber Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen. Umso schmerzlicher ist es, dass sie für viele Menschen mit Handicap unzugänglich bleibt.
Zwar ist der Eintritt in die Gedenkstätte kostenlos, doch für Menschen mit Behinderungen bleibt der symbolische Preis hoch: der Ausschluss von der Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben. Auch wenn ich die Bedeutung des Denkmalschutzes und der Erhaltung historischer Gebäude schätze, bin ich überzeugt, dass es Lösungen geben könnte, die den Zugang erleichtern – etwa durch Hebeanlagen oder virtuelle Rundgänge als Alternative.
Mein Besuch hat mir vor Augen geführt, wie weit der Weg zur vollständigen Barrierefreiheit noch ist. Historische Stätten wie diese sind nicht nur Teil unserer kollektiven Erinnerung, sondern auch ein Ort des Lernens und Verstehens. Es sollte unser Ziel sein, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Mobilität, daran teilhaben können.































