Der Steile Pfad zur Inklusion

Wann wurde die Idee der Inklusion aufgenommen?

In Deutschland ist Inklusion ein gesellschaftliches und politisches Ideal. Aus diesem Grund wurde bereits seit 1994 in unserem Grundgesetz festgelegt: „Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Dies bedeutet, dass der Staat verpflichtet ist, Menschen mit Behinderungen genauso zu behandeln wie alle anderen Bürger unserer Gesellschaft.
Zum Nachdenken „Ideal“?!

Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention, BRK) wurde 2006 von der UNO-Generalversammlung in New York verabschiedet und trat 2008 in Kraft. Dieses Abkommen wurde von 185 Staaten sowie der EU durch Ratifizierung, Beitritt oder formale Bestätigung angenommen und ist somit ein bindender internationaler Vertrag. Es präzisiert die bisher bestehenden acht Menschenrechtsabkommen hinsichtlich der Lebensumstände von Menschen mit Behinderungen.
Zum Nachdenken „wurde viel umgesetzt“?!

Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es mehr als 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland, was einer Schwerbehindertenquote von 9,4 Prozent entspricht. Auf dieser Seite finden sich weitere umfangreiche statistische Daten.

15 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention und 29 Jahre nach ihrer Aufnahme in das Grundgesetz gestaltet sich die Umsetzung der Inklusion in Deutschland nach wie vor als äußerst schwierig und meiner Meinung nach viel zu langsam.

Im Alltag begegnen uns immer wieder Hindernisse. Es reicht von Städten, die ihre Bürgerbüros verlagern o. renovieren und dabei unerwartet Stufen vor dem Eingang einbauen, über Geschäfte, die Behindertenparkplätze an unpassenden Stellen markieren, bis hin zu Veranstaltungen, die außer Acht lassen, dass Menschen mit Behinderungen auch Konzerte oder Festivals besuchen möchten. Selbst Ärztepraxen sind vielerorts noch immer nicht barrierefrei gestaltet. Dabei sind es nicht nur diese Bereiche, die hinterherhinken. Viele Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants, Schulen und Universitäten sind nach wie vor nicht rollstuhlgerecht und bieten keine barrierefreie Umgebung.

Daher ist es an der Zeit, nicht nur für physische Zugänglichkeit zu sorgen, sondern auch für eine umfassende inklusive Erfahrung in sämtlichen Lebensbereichen.

In jedem Gremium, Ausschuss usw. sollte eine Person mit Behinderung vertreten sein, um sofortiges Feedback und praktische Umsetzungsvorschläge zu diskutieren und sicherzustellen, dass zukünftige Entwicklungen von Anfang an inklusiv gestaltet werden.

Text und Foto: Silvia Padberg

 sunnysworldtour.travel.blog

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